„Ein drittes Mal fahre ich nicht hin“

Zugemüllte Wertstoffhöfe: Fünf Sammelstellen mussten wegen Überfüllung schließen

Offenbar bringen gerade alle Münchner gleichzeitig ihr überflüssiges Zeug und Gartenabfälle zu den Wertstoffhöfen.
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Offenbar bringen gerade alle Münchner gleichzeitig ihr überflüssiges Zeug und Gartenabfälle zu den Wertstoffhöfen.

Offenbar bringen gerade alle Münchner gleichzeitig ihr überflüssiges Zeug und Gartenabfälle zu den Wertstoffhöfen. Fünf Sammelstellen mussten wegen Überfüllung schließen. 

München - Schönste Herbstsonne und ein freies Wochenende – eine gute Gelegenheit, um den Garten winterfest zu machen. Das hat sich Ingo Hirsch gedacht. Am Montagabend wollte der Waldtruderinger die Gartenabfälle dann am Wertstoffhof Trudering abgeben. Fehlanzeige! Der 61-Jährige stand vor verschlossenen Toren. So wie Hunderte Münchner vor Höfen in der ganzen Stadt.

Insgesamt kam es an fünf Wertstoffhöfen am Wochenende, am Montag und am gestrigen Dienstag zu Einschränkungen – sie wurden entweder kurzfristig dicht gemacht, früher geschlossen oder später geöffnet. Betroffen waren auch die Sammelstellen in Perlach, Sendling-Westpark, Steinhausen und Langwied, wo auch Jörg Seewald (56) im Stau stand. Er wollte eine Ladung Sperrmüll abgeben. „Ich bin vorgelaufen und wollte von einem Mitarbeiter wissen, welche Container voll sind. Wenn es nur die Gartenabfälle sind, hätte man die anderen ja öffnen können. Aber statt einer Antwort grinste er nur“, sagt der Obermenzinger, der unverrichteter Dinge und verärgert den Heimweg antrat. So wie Ingo Hirsch – zweimal! Am Montag sei er gegen 17.30 Uhr am verschlossenen Truderinger Wertstoffhof angekommen, regulär hätte er bis 19 Uhr geöffnet. „Heute früh bin ich gegen Viertel nach acht hin. Da hatte er noch nicht offen“, sagte Hirsch zur tz. Eigentlich hätte der Hof am Dienstag um acht Uhr morgens aufmachen sollen. Hirsch hat die Nase voll. „Ein drittes Mal fahre ich nicht hin. Ich stopfe das Laub jetzt in die Biotonne.“ 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) bestätigt auf tz-Anfrage, dass es aufgrund des „hohen Besucheransturms bei einzelnen Höfen“ Einschränkungen gab. Seit Dienstag, 13 Uhr, hätten aber alle Wertstoffhöfe wieder regulär geöffnet. Neben Grüngut seien auch die Container für Sperrmüll, Eisenschrott, Holz und Bauschutt voll gewesen. Eine AWM-Sprecherin erklärt, dass man versucht habe, die Engpässe durch eine erhöhte Frequenz der Leerungen zu bewältigen. Aber: „Ein Engpass an Kraftfahrern begrenzte dabei unseren Spielraum, diese Spitzen abzufangen.“ Mit weiteren Schließungen rechne man nicht. „Wir erwarten jedoch vor allem am Freitag eine hohe Frequentierung und werden uns entsprechend darauf vorbereiten.“ Ihr Appell an die Münchner: Wertstoffhöfe am besten unter der Woche nutzen!

von Daniela Schmitt

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