Städtebauliche Wunde wird geheilt

Zwei Baustellen auf mittleren Ring: Das nächste Riesen-Chaos steht bevor

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Der Englische-Garten-Tunnel wird zwischen 2023 und 2027 gebaut.

Für 125 Millionen Euro will die Stadt München den Mittleren Ring am Englischen Garten unter die Erde verlegen. Jetzt soll das Projekt mit der Sanierung der John-F.-Kennedy-Brücke verquickt werden – um den Ring an dieser neuralgischen Stelle nicht zweimal sperren zu müssen.

München - Die Stadt liegt beim beabsichtigten Bau des Englischer-Garten-Tunnels bisher im Zeitplan. Dies geht aus einem Zwischenbericht des Baureferats für den Stadtrat hervor. Die Röhre soll zwischen 2023 und 2027 realisiert werden. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro, der Freistaat beteiligt sich mit 35 Millionen Euro. Als geistige Väter des Projekts gelten das Schwabinger Architekten-Ehepaar Petra Lejeune und Hermann Grub.

Mittlerer Ring in München: John-F.-Kennedy-Brücke wird erneuert - Riesen-Chaos durch Baustellen

Zeitgleich mit dem Bau des Englischer-Garten-Tunnels soll auch die Anfang der 1960er-Jahre errichtete John-F.-Kennedy-Brücke erneuert werden. Diese Maßnahme wäre nach Einschätzung des Baureferats ohnehin früher oder später fällig. Um aber nicht wenige Jahre nach Inbetriebnahme des Tunnels wieder eine Baumaßnahme durchführen zu müssen, die erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen hervorruft, empfiehlt die Verwaltung eine Parallelplanung. Die Projektkosten hierfür sollen bis Sommer 2020 vorliegen. Eine Verzögerung des Tunnelbauprojekts befürchtet das Baureferat trotz der Sanierung der sich direkt an den geplanten Tunnel anschließenden John-F.-Kennedy-Brücke nicht.

Die John-F.-Kennedy-Brücke soll parallel zum Tunnelbau saniert werden.

Der Tunnel soll den Englischen Garten wiedervereinigen und das historische Wegenetz wiederherstellen. Eine städtebauliche Wunde, so heißt es, werde somit geheilt. Dazu wird die rund einen Kilometer lange Strecke zwischen den Anschlussstellen Iffland- und Dietlindenstraße unterirdisch sechsspurig ausgebaut. Die Stadt verspricht sich davon eine Verbesserung des Verkehrsflusses auf dem stark frequentierten Isarring. Der Tunnel selbst wird 390 Meter lang.

Laut Baureferat wird aktuell die Entwurfs- und Genehmigungsplanung erarbeitet, um dann termingerecht im Jahre 2020 einen Antrag auf Planfeststellung stellen zu können. Im Westen schließt sich die neue Röhre an den Biedersteiner Tunnel an. Im Osten endet der Ausbauabschnitt an der Brücke über den Eisbach. Die bestehende Fuß- und Radwegebrücke über den Isarring westlich des Seehauses muss nach Auskunft der Verwaltung im Zuge des Tunnelbaus abgebrochen werden. Für die Dauer der Bauzeit soll eine provisorische Brücke errichtet werden, um die Verbindung in Nord-Süd-Richtung aufrechtzuerhalten.

Tunnelbau unter dem Englischen Garten in München: Auswirkungen für das Seehaus - Riesen-Chaos durch Baustellen

Mit dem Tunnelbau, von dem in München mehrere anstehen, wird die Offenlegung des Schwabinger Bachs und des Oberstjägermeisterbachs ermöglicht. Sie sollen künftig in offenen Gerinnen über der Tunneldecke fließen. Der Parkplatz am Seehaus muss vermutlich um rund 250 Meter verlegt werden, was den Laufweg zum Biergarten und der Gaststätte für Besucher verlängern würde. Ein Detailplan steht allerdings noch nicht fest. Dazu werden Abstimmungsgespräche mit er Bayerischen Schlösser- und Seeverwaltung – dem Eigentümer des Englischen Gartens – sowie dem Pächter des Seehauses geführt.

Die etwa 50 Stellplätze entlang der Gyßlingstraße sollen indes auf alle Fälle zugunsten des Englischen Gartens entfallen. Eine direkte Zufahrt zum Seehaus aus Fahrtrichtung Westen wird nicht mehr möglich sein. Die Uferfläche des Kleinhesseloher Sees kann dafür vergrößert werden. Denn die Planungen sehen auch vor, den Isarring um etwa zwölf Meter nach Norden zu verschieben.

Heftige Diskussionen gab es unterdessen kürzlich im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann zum Bau einer Radtangente durch den Englischen Garten.

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