Das erwartet Sie beim zweiten Warnstreik

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Viele Münchner Kindertagesstätten werden am Dienstag wegen des Streiks geschlossen bleiben.

München - Am Dienstag ist es in München wieder soweit: Der Warnstreik im öffentlichen Dienst wird fortgesetzt – heftiger als am 8. März. Wieder bleiben städtische Kitas zu, die Müllabfuhr fällt aus. Hier erfahren Sie, was Sie erwartet.

Nun löst Verdi die angezogene Handbremse – und legt im Tarifstreit einen Zahn zu: Am Dienstag wird in München erneut im öffentlichen Dienst gestreikt – und diesmal noch heftiger als am 8. März. „Wir sind es wert!“ Unter diesem Motto fordert die Gewerkschaft 6,5 Prozent mehr Lohn für die bundesweit zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, für die unteren Einkommensgruppen mindestens 200 Euro mehr im Monat.

Und so sind nun für Dienstag noch mehr Betriebe und Dienste in München aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Birner erwartet, dass „bei der Müllabfuhr gar nichts geht“, ebenso dürfte die Straßenreinigung lahmliegen. Viele städtische Kindertagesstätten bleiben geschlossen, wohl wieder mehr als jede zweite. Und in mindestens zwei städtischen Kliniken werden Operationssäle bestreikt.

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Aus ganz Südbayern rollen am Dienstag Busse nach München. Nach den 3000 Streikenden letztes Mal rechnet Birner nun mit mindestens 5000. Auch in Nürnberg wird gestreikt. „Das Angebot der Arbeitgeber ist ein Etikettenschwindel“, sagt Birner. „Nur drei Prozent mehr wären ein Reallohnverlust“ – wegen Inflation und Teuerungen im Lebensunterhalt. Ein Müllfahrer oder Straßenreiniger, sagt Verdi- Sekretär Erich Brändle, verdiene 1300 Euro brutto – „das reicht kaum zum Leben“. Also wird erneut gestreikt. Brändle hofft wieder auf breites Verständnis. Worauf sich die Bürger einstellen sollen:

Müllabfuhr: Laut dem Münchner Abfallwirtschaftsamt werden manche Tonnen am Montag „vorgeleert“. Die meisten Leerungen jedoch würden an den Folgetagen nachgeholt. Bis zu zwei Wochen sei mit Unregelmäßigkeiten zu rechnen, bis die Tagesmenge von 54.000 Leerungen aufgeholt sei. Dafür zeigten sich die 750 Münchner Müllfahrer kulant, wenn die Tonne übervoll sei. Gefährlicher Sondermüll, etwa aus Kliniken, werde trotz Streiks entsorgt. Die Straßenreinigung wird am Mittwoch nachgeholt. Der Sperrmüll-Abholdienst fällt aus, betroffene Bürger werden informiert. Die Wertstoffhöfe bleiben zu – und Brändle bittet die Bürger, „nicht einfach ihren Müll über den Zaun zu werfen“.

Kitas: Eltern wird empfohlen, bei ihrer Einrichtung direkt nachzufragen, ob sie geschlossen ist. Kliniken: Laut Verdi-Sekretär Christian Reischl soll zudem in allen fünf städtischen Kliniken (Bogenhausen, Neuperlach, Harlaching, Schwabing, Thalkirchner Straße) gestreikt werden, von Pflege-, Verwaltungs und Servicepersonal. In zwei Kliniken sollen zudem OP-Säle geschlossen bleiben. Die Notfallversorgung findet statt.

Außerdem sind betroffen: Stadtwerke München (eventuell schließen einige Bäder), Teile der öffentlichen Verwaltung, Sozialbürgerhäuser, Stadtjugendamt, „Pfennigparade“, Bundeswehr (Wehrbereichsverwaltung Süd, Dienstleistungszentrum), Patentamt, Kammerspiele (tagsüber), Verein für heilpädagogische Aufgaben. Mehrere Stadtbibliotheken bleiben zu.

Die Arbeitgeber – Bund und Kommunen – hatten zuletzt ein Lohnplus von 3,3 Prozent und eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten, was Verdi abgelehnt hatte. Der neue Warnstreik soll den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, bei der dritten Tarifrunde am 28./29. März „ein seriöses Angebot vorzulegen“, sagt der Münchner Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner.

Die Großdemonstration startet am Dienstag um 10.30 Uhr am DGB-Haus an der Schwanthalerstraße. Um 12 Uhr folgt eine Kundgebung am Odeonsplatz, bei der diesmal der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske spricht.

Christine Ulrich

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