Ex-Polizeichef Udo Nagel und der uralte Ramschwaren-Trick:

Münchens Super-Bulle kauft Ganoven alles ab

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Kennt sich mit Verbrechern eigentlich bestens aus: Udo Nagel hat in München einem Betrüger Töpfe und Bestecksets abgekauft.

Udo Nagel, früherer Chef des Münchner Morddezernats und Hamburs Ex-Innensenator, ist auf einen alten Gauner-Trick hineingefallen.

Ein Mercedes hält vor der Garage. Ein Fremder steigt aus, macht den Kofferraum auf und sagt mit niederländischem Akzent zum Hausherren: „Ich komme von einer Messe und habe noch Kochtöpfe und Bestecksets über. Die kann ich leider nicht mit ins Flugzeug nehmen.“ Markenware, sagt der Fremde, 2000 Euro wert – jetzt aber würde er sie für 300 Euro abgeben. Der Hausherr schlägt zu.

Doch der ist in diesem Fall nicht irgendwer, es ist Münchens Super-Polizist Udo Nagel (57)! Er leitete die Mordkommission und die Abteilung für Verbrechensbekämpfung. Er ging als Polizeipräsident nach Hamburg und stieg zum Innensenator auf. Nagel hatte wegen seiner Aufklärungsquote den Spitznamen „Mister 100 Prozent“ – jetzt ist er hundertprozentig reingefallen!

Nagel ging im September auf so ein Geschäft ein, berichtet der Focus. Er holt die 300 Euro aus seinem Haus in Bogenhausen und zahlt ohne Rechnung. Nach Informationen des Magazins verhandelt und entscheidet seine Frau Gerda. Nach dem ersten Kauf bietet der Fremde noch Messer im Holzblock und Besteck für mehr als 48 Personen für 300 Euro an. Nagel geht wieder rein, handelt diesmal aber den Preis auf 250 Euro runter – und zahlt ohne Rechnung.

Schnell stellt sich heraus: Die „Marken“-Töpfe, Messer und Bestecke sind billigster Tand. Imitate! Deutschlands erfolgreichster Polizist und Mörder-Jäger fällt auf einen wirklich ur-ur-uralten Gauner-Trick rein.

Seit September arbeitet Nagel als Vorstand der Münchner Prevent AG, nach eigenen Angaben ein führendes Sicherheitsunternehmen bei Wirtschaftskriminalität. Nagels Schwerpunkt: Prävention. „Kein Kommentar“, heißt es bei dem Unternehmen. Udo Nagel wolle nicht über den Vorfall sprechen.

Die Masche ist einige Jahre alt und immer die gleiche: Ein Mann mit niederländischem Akzent war auf einer Messe und will teure Töpfe billig loswerden. Mal begründet er das mit dem Flieger oder mit dem Zoll, mal will er der Tochter ein Fahrrad kaufen.

Die vermeintliche deutsche Qualitätsmarke heißt mal „Kaiserbach“, mal „Berghaus“, manchmal werden auch bekannte Hersteller imitiert. 30 Jahre Garantie! TÜV-geprüft! Die Töpfe wirken hochwertig, stellen sich aber als Ramsch „made in China“ heraus. Die Messer sind aus Blech und stumpf.

Im Internet tauschen sich die vielen Opfer seit Jahren aus – und verfolgen den oder die Niederländer: Er war im März/April und im August/September in München auf „Dienstreise“. Der fliegende Holländer-Händler kommt rum – die Polizei in halb Europa warnt!

Das war Super-Polizist Nagel wohl entgangen. Er erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte laut Focus das Verfahren aber jetzt ein. Der Materialwert liege um die 500 Euro. Nagel kann seine Töpfe und Messer aus der Asservatenkammer abholen.

Quelle: tz

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