Integrierte Leitstelle weiß von nichts

Zweifel an der Geschichte über den Waginger Lebensretter

Am Dienstag berichteten wir über einen Facebook-Aufruf, der in der ganzen Region geteilt wurde. Nun wachsen Zweifel an der Geschichte.

Update vom Mittwoch: Notrufzentrale kennt den Fall nicht

Leider bestehen mittlerweile Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte über den Lebensretter von Waging. Für uns als Redaktion ist Glaubwürdigkeit entscheidend. Daher möchten wir Sie, unsere Leser, bei denen die Artikel eine große Aufmerksamkeit fanden, über diese Entwicklungen informieren.

Wir haben am Dienstagnachmittag durch einem Anruf bei der Integrierten Leitstelle Traunstein, die für Notrufe in der Region zuständig ist, erfahren, dass ein solcher Fall mit einem 4-jährigen Mädchen niemanden dort bekannt sei.

Daraufhin haben wir die Mutter des Kindes kontaktiert, die uns versicherte, am Abend Dokumente zu schicken, die ihre Version der Geschichte belegen. Später erhielten wir lediglich einen Ausschnitt aus einem Befundbericht über eine MRT-Untersuchung, die jedoch keinerlei personenbezogene Daten beinhaltete, ebenso kein Datum. Damit lässt sich der Wahrheitsgehalt der Geschichte hiermit nicht verifizieren.

Letztlich behauptete die Mutter noch, dass der mutmaßliche Lebensretter sich mittlerweile bei der Facebook-Gruppe "Spotted: Traunstein und Umgebung" gemeldet habe. Dort nachgefragt erhielten wir vom Administrator am Dienstagabend die Auskunft, dass sich eine "Freundin des Mannes" gemeldet habe. Man war jedoch nicht bereit uns einen Kontakt herzustellen, um auf diesem Weg der Wahrheit näher zu kommen.

Alles ging so wahnsinnig schnell, dass sich Jessica R., die Mutter des Kindes, bei ihm nicht mal bedanken konnte. Auch die Rettungssanitäter haben seine Personalien nicht. 

Deshalb sucht die 25-Jährige nun nach dem Lebensretter über einen Aufruf in der Facebook-Gruppe "Spotted: Traunstein und Umgebung". Unser Partnerportal chiemgau24.de* interviewte daraufhin die Mutter, die in München lebt. 

Artikel vom Dienstag: Krampfanfall, Zunge verschluckt, Herzstillstand

Maja sei bei dem Besuch im oberbayerischen Waging fröhlich über die Straße gerannt und auf einen Schlag umgefallen. Erst dachte Jessica, ihre Tochter sei gestolpert, doch sie stand einfach nicht mehr auf.

Die Kleine erlitt einen Fieberkrampf, durch den Anfall wurde sie bewusstlos, verschluckte dabei ihre Zunge - Herzstillstand!

In Panik schüttelte die Mutter den kleinen Körper, daran erinnert sie sich noch. Um sie herum viele Passanten, die ratlos schauten, keiner sei wirklich zur Hilfe gekommen.

"Plötzlich, wie aus dem Nichts, kam dann der junge Mann. Vielleicht 20 Jahre alt", schätzt sie. Er habe sie vom ihrem Kind weggeschoben, die Zunge befreit und dann mit der Herzmassage begonnen.

"Vom Dialekt her muss er aus der Region kommen", ist sich die 25-Jährige sicher. Der Oberarzt in der Klinik meinte später, dass der junge Mann gewisse medizinische Kenntnisse haben müsse, auch weil er dem Kindergartenkind bei der Reanimation keine einzige Rippe brach und an die Zunge gedacht habe.

Botschaft an den Lebensretter: "Es tut mir verdammt leid"

Was sie dem unbekannten Retter sagen möchte? "Es tut mir verdammt leid, dass ich ihn so schroff von der Seite angemacht habe, als er mich von meinem Kind wegdrängte. Jetzt weiß ich, dass er nur helfen wollte und alles richtig gemacht hat", so Jessica. Als Außenstehender habe er in der Situation einfach einen klareren Kopf gehabt.

Für die Münchnerin steht fest: "Diesem Mann habe ich das Leben meiner Tochter zu verdanken!" Sie hofft deshalb, dass sie sich bei ihm auch noch mal persönlich bedanken kann.

Wie es der kleinen Maja mittlerweile geht und welchen Appell die Münchnerin an alle richtet, lesen Sie hier auf unserem Partnerportal chiemgau24.de*.

Marcel Görmann

*chiemgau24.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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