Münchner Ski-Talente nach Sturz im Koma

"Wir können nur beten und die Daumen drücken"

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DSV-Präsident Alfons Hörmann

München - Vier Münchner Ski-Talente sind von einem Balkon gestürzt.  "Wir können nur beten und die Daumen drücken", sagt DSV-Präsident Alfons Hörmann. Die Trainerin der Jung-Stars berichtet von dem Unfall.

Ein tragischer Unfall erschüttert den Münchner Skiverband: Vier seiner alpinen Jung-Stars sind am Samstag von einem Balkon mehr als drei Meter in die Tiefe gestürzt!

Anne-Sophie (14) und Sina (13) erlitten schwerste Kopfverletzungen und wurden ins künstliche Koma versetzt. Fabiana (14) und Theresa (13) kamen mit einer Gehirnerschütterung und einer Platzwunde am Unterschenkel davon.

Das Drama ereignete sich nach dem Training auf dem Hintertuxer Gletscher. Übungsleiterin Yvonne Schnock (29), selbst lange Jahre im Ski-Weltcup aktiv, holte ihre 14 Rennläufer auf dem Balkon der Pension in Finkenberg (Zillertal) zur Besprechung zusammen. „Die meisten saßen auf Stühlen, aber die vier Mädels lehnten an dem Geländer. Plötzlich lösten sich die Streben aus der Verankerung“, sagte die Trainerin zur tz.

Die Mädchen hatten keine Chance, fielen mit dem Hinterkopf voran auf den Boden. Anne-Sophie und Sina knallten mit voller Wucht auf das Pflaster, Fabiana und Theresa landeten zum Glück im Gras. Yvonne Schnock rang am Sonntag immer noch um Worte: „Sie bluteten so stark. Ein furchtbarer Anblick! Das Schlimmste war, dass die Rettungskräfte so lange brauchten, bis ein Helikopter organisiert wurde.“

Anne-Sophie kam nach Rosenheim ins Krankenhaus, Sina in die Uniklinik Innsbruck. Sie gehörten zuletzt zu den hoffnungsvollsten Münchner Talenten, trainierten jedes Wochenende in den Bergen – auf dem Weg in die interna­tionale Ski-Elite.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), reagierte schockiert auf die Nachricht aus Tirol: „Da können wir jetzt nur beten und die Daumen drücken, dass die Mädchen hoffentlich wieder bald gesund werden“, sagte der Allgäuer der tz. „Das ist ein schwerer Schlag für die Münchner Skifahrer-Familie.“

Warum der Holzzaun plötzlich wegbrach, ist noch völlig unklar. Die Kripo Mayrhofen hat die Ermittlungen aufgenommen. „Das Geländer war frisch lackiert. Das war meiner Meinung auch nicht morsch, sondern nicht richtig verankert“, sagt Schnock. Die Betreiber der Pension wollten sich am Sonntag auf tz-Anfrage nicht zu dem Unfall äußern.

Sebastian Arbinger, Stefan Dorner

 

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