Wann darf sie wieder zurück?

Schülerin (16) saß zwei Wochen in Russland fest - so konnte sie jetzt zurück nach München reisen

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Victoria Jodl zeigt ihren deutschen Pass. Der hilft ihr derzeit nichts – das Mädchen mit der doppelten Staatsbürgerschaft bräuchte einen neuen russischen Pass für die Ausreise.

Sie wollte über Ostern ihre Wurzel kennenlernen, doch dann saß eine 16-jährige Münchnerin mehrere Wochen in Russland fest. Jetzt die Wendung.

Update vom 15. Mai 2019, 9.14 Uhr: Der Fall einer 16-jährigen Münchnerin sorgte für Aufsehen: Die Schülerin saß in Moskau fest. Die 16-Jährige war mit ihrem russischen Pass eingereist, doch der war während des Aufenthalts abgelaufen. Mit ihrem deutschen Pass durfte die Münchnerin nicht ausreisen. Das Warten hat nun ein Ende. Am Montag hat die 16-Jährige ihren Pass bekommen, berichtet der BR. Demnach schickte das russische Konsulat in München den Pass per Diplomatenpost nach Moskau. Noch am Abend konnte die Schülerin mit ihrem Vater zurück nach München reisen. 

Nun beklage die Familie laut BR, dass die russischen Behörden sie über die Ein- bzw. Ausreise falsch informiert hätte. Das Konsulat in München hingegen sagt, dass die Schülerin es versäumt hätte, ihren neuen Pass rechtzeitig abzuholen. Zudem sei es nach russischem Recht nur möglich, dass Personen, die älter als 16 Jahre alt sind, ihren Pass persönlich in Empfang nehmen.

Münchnerin (16) wollte ihre Wurzeln kennenlernen - jetzt sitzt sie in Moskau fest

Moskau - Fernes Land, fremde Sprache. Victoria Jodl (16) hat Angst – weil sie nicht weiß, wann sie wieder aus Russland ausreisen darf. Seit zwei Wochen ist die Münchnerin in Moskau gefangen, weil ihr Pass während ihrer Reise abgelaufen ist. Wenn sie nicht bald wieder zur Schule geht, muss Victoria das Jahr wiederholen.

Victoria Jodl hat im Moment keinen Kleiderschrank, keine Wohnung – und auch keinen Pass. Jedenfalls keinen, mit dem die Münchnerin aus Russland wieder ausreisen dürfte. 

Die 16-Jährige ist seit zwei Wochen in Russland gefangen. Weder sie noch ihre Familie wissen, wann sie wieder zurückfliegen darf. Die Schülerin mit der doppelten Staatsbürgerschaft wird nicht über die Grenze gelassen. 

Ausreise mit deutschem Pass verweigert

Das Problem: Victoria ist mit ihrem russischen Pass eingereist – der ist aber während ihres Aufenthalts abgelaufen. Mit ihrem deutschen Pass darf sie nicht wieder raus. Zwar liegt im russischen Konsulat in München schon ein neuer russischer Pass. Aber den müsste Victoria persönlich abholen.

Eigentlich wollte Victoria nur ihre Wurzeln kennenlernen, als sie über Ostern mit der Familie für drei Tage nach Sankt Petersburg flog. 

Am Tag der Heimreise durften all ihre Familienmitglieder ins Flugzeug steigen. Nur Victoria nicht. Der Grund: Kein Visumstempel für die Einreise im deutschen Pass. Und der russische Pass: wertlos, abgelaufen.

Fehlinformation vom russischen Konsulat

„Mein Papa wollte mir ja vor der Reise ein Visum holen“, sagt Victoria. „Aber die Frau im russischen Konsulat meinte, ich könnte mit dem russischen Pass ein- und mit dem deutschen wieder ausreisen.“ Fehlinformation. „Ich war so wütend“, erzählt die Schülerin. 

Ihre Mutter blieb mit ihr in Russland. „Dann habe ich mich beruhigt“, so die 16-Jährige. „Mein Papa flog nach München, um den Pass abzuholen.“

Doch im russischen Konsulat erfuhr der Vater, man werden den Pass nur Victoria persönlich aushändigen. Ihn per Post zu schicken, sei nicht erlaubt. 

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Auch in der deutschen Botschaft in Moskau hilft der Schülerin niemand. „Die sagen, das sei eine russische Angelegenheit, weil sie als Russin eingereist ist!“, schimpft Vater Christoph Jodl.

Verpasst Viktoria ein ganzes Schuljahr?

Ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats sagt: „Wenn eine deutsche Staatsangehörige an der Rückkehr nach Deutschland gehindert wird, wäre das Auswärtige Amt der richtige Ansprechpartner – um auf diplomatischem Weg eine Lösung herbeizuführen. Warum die russischen Behörde den Pass für die Tochter an den Vater nicht aushändigen, ist uns nicht bekannt.“ Das Konsulat hat auf die Anfrage bis Redaktionsschluss nicht reagiert.

Victoria könnte einen neuen Pass beantragen. Das würde Monate dauern – sodass sie das Schuljahr wiederholen müsste. Untergebracht sind sie und ihre Mutter bei Freunden in Moskau. Ihr Alltag: Warten. Und Sorgen. 

„Ich verpasse die Schule, ich habe hier keine Freunde“, sagt Victoria. Ihrer Mutter, die in München als Verkäuferin arbetet, wurde schon mit Kündigung gedroht, wenn sie diese Woche nicht wieder zur Arbeit kommt.

Kathrin Braun

Eine 40-Jährige ist um 4 Uhr Morgens in München unterwegs zur Arbeit. Vor der U-Bahnhaltestelle bemerkt sie jemanden hinter ihr. Als sie sich umdreht, wird es schlimm.

Ein Münchner lebt seit gut vier Monaten am Münchner Flughafen. Eigentlich will der Obdachlose zu seiner Familie nach Thailand ziehen. Um dort heiraten zu können, fehlt ihm ein wichtiges Dokument. Solange er dies nicht hat, möchte er ausharren, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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