Fahrkarten-Flatrate für ÖPNV, Autos, E-Scooter und Fahrräder 

MVG-Kracher: Kommt das Kombi-Ticket nach München?

+
Ziel Mobilitätswende: Ein gebündeltes Angebot soll den Verzicht aufs eigene Auto erleichtern. 

Ein Fahrschein, ein Preis, viele Verkehrsmittel - wie Bus, Auto oder E-Scooter? Augsburg hat es vorgemacht. Jetzt soll die MVG nachziehen.

  • Die MVG soll ein neues Ticket-System prüfen. 
  • Die neue Fahrkarte könnte eine Revolution bedeuten. 
  • Kommt die Flatrate-Fahrkarte?

München - Für einen festen Monatspreis den öffentlichen Nahverkehr, Leihräder und Carsharing nutzen? In Augsburg ist dies seit 1. November möglich. München soll nun nachziehen. Das hat die Stadtrats-CSU am Montag in einem offiziellen Antrag gefordert.

Die MVG solle als Ergänzung zum bisher bestehenden Tarifsystem die Einführung einer Mobilitäts-Flatrate prüfen, heißt es darin. Wer dieses Ticket bucht, könnte dann U-Bahn, Bus, Tram, IsarTiger, Carsharing, Leihräder und E-Scooter zu einem monatlichen Festpreis nutzen. Bislang muss der Kunde all diese Angebote jeweils einzeln auf unterschiedlichen Wegen bezahlen. 

MVG: Neue Mobilitätsmöglichkeiten für die Münchner

Das sei unattraktiv und kompliziert, so die CSU. Die Kosten ließen sich vorab nur sehr schlecht kalkulieren und für die Dienste müsse man sich zuvor jeweils einzeln registrieren. CSU-Stadträtin Dorothea Wiepcke sagt: „Die MVV-Tarifreform, die im Dezember in Kraft tritt, ist schon ein Riesenschritt. Die Flatrate könnte zum Beispiel einfach als Upgrade gebucht werden, und schon steht einem die volle Bandbreite an Mobilitätsmöglichkeiten in München zur Verfügung, wobei alles transparent in einer App zusammenläuft.“ Die Stadt Augsburg habe dieses System vorgemacht. 

Video: MVV bekommt Unterstützung von der Staatsregierung


MVG: Ein Fahrschein, ein Preis, viele Verkehrsmittel?

Dort haben Kunden die Wahl zwischen zwei Angeboten: Für 79 Euro pro Monat kann man entweder für bis zu 15 Stunden oder für bis zu 150 Kilometer ein Auto leihen. 200 Pkw stehen dafür an 70 Standorten bereit. Wer das Carsharing bis zu 30 Stunden und ohne Kilometerbeschränkung nutzen will, muss 109 Euro zahlen. In beiden Paketen sind bis zu 30 Minuten Leihradnutzung am Stück inklusive, auch mehrmals am Tag, sowie die kostenfreie Nutzung des Nahverkehrs im Innenraum. 

Die Initiative zielt darauf ab, mehr Menschen für Mobilität jenseits des eigenen Autos zu begeistern. Eine Monatskarte für den Innenraum kostet in Augsburg 52,50 Euro. In München kostet zum Beispiel die Monatskarte für die neue M-Zone nach der Tarifreform (ab 15. Dezember, *Merkur.de berichtet) 55,20 Euro. Bislang lag der Preis bei 79,10 Euro. Zu klären wäre also, zu welchen Konditionen eine Mobilitäts-Flatrate angeboten werden könnte.

MVG: Ticket-Flatrate für Öffentliche Verkehrsmittel, Car-Sharing und Leihfahrräder

Die MVG zeigte sich am Montag aufgeschlossen gegenüber der Idee. „Grundsätzlich können wir uns Modelle wie in Augsburg gut für München vorstellen, sofern eine solide Finanzierung zu realisieren ist“, sagte MVG-Sprecher Matthias Korte auf Anfrage unserer Zeitung. Die Umsetzung des neuen MVV-Tarifs stehe zwar aktuell im Vordergrund. „Um den Abschied vom eigenen Auto zu erleichtern, treiben wir aber außerdem die Integration neuer Mobilitätsangebote in den ÖPNV voran.“ Im März 2020 will der MVV außerdem ein neues Abrechnungssystem für Pendler prüfen. 

Laut Korte arbeitet die MVG an der Weiterentwicklung ihrer Apps zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. In diesem Kontext beschäftige man sich auch mit der tariflichen Bündelung aller Angebote, etwa in Form einer Flatrate. Eine entsprechende Marktforschung dazu sei derzeit in Vorbereitung. Diese Entwicklungen dürften für den ÖPNV in München gerade rechtzeitig kommen. Denn die Pendler-Prognose für München und das Umland ist erschreckend

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Lauter Knall weckt Anwohner in der Nacht: Chaoten fackeln Luxus-Autos ab - Polizei hat Verdacht
Lauter Knall weckt Anwohner in der Nacht: Chaoten fackeln Luxus-Autos ab - Polizei hat Verdacht
Monika Gruber will rigorose Ankündigung in die Tat umsetzen - „Ausrede“ könnte viele Fans wieder besänftigen
Monika Gruber will rigorose Ankündigung in die Tat umsetzen - „Ausrede“ könnte viele Fans wieder besänftigen
„Zwangsräumung war sein Todesurteil“: Kranker Mann (73) wird vor die Tür gesetzt - im neuen Zuhause stirbt er
„Zwangsräumung war sein Todesurteil“: Kranker Mann (73) wird vor die Tür gesetzt - im neuen Zuhause stirbt er
Am frühen Abend am U-Bahnhof: Mann (45) zu Boden geschlagen und ausgeraubt - Täter auf der Flucht
Am frühen Abend am U-Bahnhof: Mann (45) zu Boden geschlagen und ausgeraubt - Täter auf der Flucht

Kommentare