Steak-Genuss ganz ohne Gold

Nach Ribéry-Skandal: Wo gibt‘s in München das beste Stück Fleisch?

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Ein saftiges Stück Fleisch. Wo gibt‘s in München das beste, so ganz ohne Gold? 

Der Ribéry-Eklat und seine Folgen. Wegen eines goldenen Steaks ist der Bayern-Star derzeit im Fokus. Wir haben uns umgeschaut und Münchner Fleisch-Gourmets besucht.

München - Was war da los? Der Bayern-Star Franck Ribéry futtert in Abu Dhabi ein gigantisches Tomahawk-Steak und erntet im Netz gleich böse Kommentare. 

Kein Wunder – das Gourmet-Stück war komplett vergoldet, der Preis: 1 200 Euro. Es kam, wie es kommen musste: Der Kicker beschimpfte danach seine Kritiker wüst – mit Worten, die wir hier nicht in den Mund nehmen wollen….

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Ein gescheites Steak hingegen schon. Und das gibt es auch in München (dafür muss man nicht in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen). In jeder Preisklasse – von 40 bis über 1000 Euro. 

„Das hat dann 1 300 Euro gekostet

„Das teuerste Steak, das ich jemals serviert habe, war ein Kilo Kagoshima-Wagyu“, sagt Oberkellnerin Daniela Sonntag vom Goldenen Kalb. „Das hat dann 1 300 Euro gekostet.“ Das sei aber eher eine Ausnahme. Und trotzdem hat sie jeden Tag mit hochpreisigem und trotzdem unvergoldetem Fleisch zu tun. Das Personal sei aufs Genaueste geschult: „Jeder Mitarbeiter weiß, wie alt das Tier war und was es gefressen hat“, erklärt Daniela Sonntag ein wenig stolz. 

Das Fleisch komme von kleinen Züchtern aus der Region. „Die kennen jedes einzelne Tier, da entsteht eine ganz andere Wertschätzung.“

Hier gibt‘s das beste Steak Münchens

Apropos Wertschätzung: Die gehe übrigens flöten, wenn man so ein edles Stück Fleisch mit Blattgold überzieht. „Da kümmert sich ein Züchter 15 Jahre lang um ein Tier, gibt ihm tolles Futter, damit Textur und Konsistenz des Fleisches stimmen“, so Sonntag. „Und dann fummelt da jemand Billig-Gold drauf.“ Fünf mal fünf Zentimeter Blattgold bekommt man im Internet für zehn Euro. „Das ist, wie wenn man einen Oldtimer mit Glitzer-Steinen bestückt“, witzelt Küchenchef Marijo Kozina aus dem Goldenen Kalb.

Nein, das will keiner. Und deshalb haben wir uns in der Stadt umgesehen – auf der Suche nach dem ultimativen Fleisch-Genuss. 

Zum Goldenen Kalb

Das Rib-Eye-Steak, das Oberkellnerin Daniela Sonntag hier serviert, ist absolut hochwertig – und garantiert ohne Überzug aus Gold. Es kostet 132 Euro und kommt nur auf den Teller, wenn der Gast mit dem Finger drauf zeigt – denn die Steaks von regionalen Züchtern liegen im Glas-Kühlschrank aus.

Zum Goldenen Kalb, Utzschneiderstraße 1, 80469 München, Tel. 235 422 90, Mo. – Fr. 17 bis 1 Uhr, Sa. 12 bis 1 Uhr.

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Kapitales vom Rind

Chefkoch Michael Hoffmann hat alles, was die Herzen der Fleisch-Fans höher schlagen lässt – vom „simplen“ Filet bis zum Dry-Aged Côte de Boef. Das Tomahawk-Steak – Hoffmann präsentiert hier eines – gibt’s nur am Stück. Kostenpunkt: rund 140 Euro. Auch hier suchen sich die Gäste ihr Stück Fleisch selbst aus und können sich dabei Tipps vom kompetenten Mann am Grill abholen.

Kapitales vom Rind, Viktoriastr. 23, 80803 München, Tel. 44 23 77 36 Mo. – Fr. 11.30 bis 0 Uhr, Sa. 16 bis 0 Uhr, So./Fei 11.30 bis 0 Uhr

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Rusticana

Eigentlich ist das Rusticana berüchtigt für seine Spare-Ribs vom Holzkohlegrill. Doch Kenner wissen, dass es dort auch exzellente Steaks gibt. Das Rib-Eye, das Grillmeister Sebastian Böhning hier auf dem Teller serviert, wiegt 600 Gramm und kostet 42,90 Euro.

Rusticana, Grillparzerstraße 5, 81675 München, Tel. 089/47 03 887, Mo.–Fr. 17 bis 23 Uhr, Sa., So. und feiertags 16 bis 23 Uhr

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Käfer-Schänke

Auch die Käfer-Schänke hat erstklassige Steaks im Angebot. Zum Beispiel: 220 Gramm Rinderfilet aus Nebraska für 56 Euro. Auch hier lagern die Steaks aus der Region in einer Vitrine. Für ein noch intensiveres Aroma reifen einige noch ein wenig länger, bevor sie auf dem Lavastein-Grill brutzeln. Dazu gibt es Kräuterbutter vom Käfer-Dachgarten.

Käfer-Schänke, Prinzregentenstr. 73, 81675 München, Tel. 089/41 68 247, Mo.–Sa. 11.30 bis 23 Uhr

Das sagt Schuhbeck

Auch Bayern-Koch Alfons Schuhbeck hat sich zum Gold-Steak geäußert: „Blattgold in der Küche hat nichts mit kulinarischem Mehrwert oder gutem Geschmack, sondern nur mit schillernden Vorlieben der Bling-Bling-Gesellschaft zu tun“, sagte der 69-Jährige.

Deshalb gebe es so etwas auch nur „an extravaganten Schauplätzen der Glitzerwelt“ – und nicht in den Sterne-Küchen von München, Paris oder Barcelona.

Und es geht auch günstiger

Natürlich bekommt man auch für normales Geld ein gutes Steak. Zum Beispiel bei Maredo: 180 Gramm Filetsteak kosten hier 19,99 Euro. Ein günstiges Rumpsteak gibt es bei Asado. 180 Gramm kosten hier 16,50 Euro. 

Selbst am Rost stehen darf man im Grill and Grace in der Guldeinstraße. 250 Gramm Hüftsteak ist hier für 19 Euro zu haben.

S. Heidrich

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