Staade Zeit ist vorbei 

Nach vier Wochen Restaurierung: Dieses Wahrzeichen Münchens kehrt zurück

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Nach vier Wochen Restaurierung ist die wertvolle Astronomische Uhr wieder in den Hof des Deutschen Museums zurückgekehrt.

Das Deutsche Museum in München bekommt schon bald einen neuen Eingangsbereich. Nun kehrte auch die wertvolle Uhr zurück in den Hof des Museums.  

Update vom 21. Januar 2019: Ein Wahrzeichen Münchens ist wieder in voller Schönheit zu sehen -und zu hören! Nach vier Wochen Restaurierung ist die wertvolle Astronomische Uhr mitsamt ihren drei Glocken wieder in den Hof des Deutschen Museums zurückgekehrt. Nun können Passanten und Museumsbesucher wieder ihre Uhren danach stellen - und haben die viertelstündlichen Glockenklänge im Ohr. Die staade Zeit ist vorbei! Mitte September war wegen Malerarbeiten am Bibliotheksgebäude ein Gerüst aufgebaut worden, berichtet das Museum. Diese Gelegenheit hatten Experten aus der Restaurierungswerkstatt für wissenschaftliche Instrumente genutzt. 

Sie ließen das große Zifferblatt der Astronomischen Uhr über der Durchfahrt zur Zenneckbrücke abmontieren. Zum ersten Mal nach 80 Jahren! Der Sekundenzeiger war verschleißbedingt ohnehin schon eine Weile still gestanden, erklärt Werkstattleiter Thomas Rebényi: „Dessen Lager hat ja die 60-fache Rotation des Minutenzeigers hinter sich - hochgerechnet fast 480 Jahre!“ Das Münchner Uhrmacherteam hat zusammen mit Experten der Georg Rascher Turmuhrenfabrik aus Regensburg sämtliche Teile der Uhr begutachtet, gereinigt und instandgesetzt. Da gab es einiges an Rost. Die Münchner kümmerten sich um Sekunden-, Minuten-, Viertel- und Stundenschlagwerk, um das Wochentags-, das Monats- und Mondlaufwerk. 

Wahrzeichen Münchens zurück am Deutschen Museum 

Die Regensburger Spezialisten übernahmen die Restaurierung des Zeigerwerks, des Zifferblatts und die Vergoldung. Ein hoher Aufwand: „Allein der Stundenzeiger ist schon knapp vier Meter lang und wiegt fast 40 Kilo“, so Rebényi. Nun aber erstrahlt alles in neuem Glanz. „Nur auf die Mondkugel müssen wir noch warten, bis es wärmer wird, weil deren Blende eingeputzt werden muss.“ Inzwischen ist auch das Gerüst komplett abgebaut. Die Astronomische Uhr entstand 1935. Der mechanische und elektrische Teil stammt von der J. Neher Söhne GmbH, die Schlagglocken (eine für den Stundenschlag, zwei kleinere für den Viertelschlag) von der Glockengießerei Franz Schilling Söhne in Thüringen. 

Angezeigt werden neben Sekunde, Minute, Stunde und Wochentag auch der Monat und die Stellung der Sonne im Tierkreis sowie die Mondphase. Die Gewichte des Uhrwerks werden mithilfe eines Motors aufgezogen. Eine Sekunden-Pendeluhr steuert die elektromagnetische Auslösung des Sekunden- und Minutenlaufwerks. Allein das Zifferblatt hat einen Durchmesser von 6,5 Metern. 

Deutsches Museum bekommt neuen Eingangsbereich: Fassade aus dem 3D-Drucker

München - Auf diese Idee können sie nur in einem Technik-Museum kommen: Das Deutsche Museum bekommt einen neuen Eingangsbereich - komplett aus dem 3D-Drucker. Der Hintergrund: Im Oktober 2020 wird der Eingangsbereich des Deutschen Museums verlegt - erstmals in der Geschichte des Hauses. Während die Generalsanierung weiter geht, wird der Eingang an die Corneliusbrücke ziehen. Die Besucher sollen dann bis zum Abschluss der Modernisierung über diese in die neuen und erneuerten Ausstellungen gelangen. 

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Deutsches Museum bekommt neuen Eingangsbereich: Fassade ist lichtdurchlässig 

Empfangen soll sie dort eine spektakuläre Fassade, die das Münchner Start-up 3F Studio ausdrucken soll. Die Firma haben Moritz Mungenast, Oliver Tessin und Luc Morroni gegründet, die sich an der Technischen Universität kennengelernt haben. Spezialisiert haben sie sich auf 3D gedruckte Architektur. Museums-Chef Wolfgang Heckl ist erfreut: „Als Generaldirektor des Deutschen Museums bin ich natürlich begeistert von neuen Technologien - und diese hat es wirklich in sich.“ 

Die Fassade ist lichtdurchlässig und besteht aus wiederverwertetem Material. Die wellige Form soll sich auf die Struktur von Wasseroberflächen beziehen. „Ein gestalterisches Highlight, das sich hervorragend in die Umgebung einfügt“, meint Heckl -  schließlich liegt der neue Eingang direkt an der Isar.Am kommenden Dienstag berät die Lokalbaukommission über die Pläne. Das Gremium sieht diese wohlwollend - zumal es höchstens 15 Jahre stehen soll. 

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Kniepkamp/Ast

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