Plan für mehr Wohnungsbau

Neue Mietwohnungen in München: Mit diesen Maßnahmen sollen Preise gedrückt werden

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München braucht - so wie hier in Pasing - mehr Wohnungsbau.

Bezahlbarer Wohnraum in München ist kaum mehr zu bekommen. Doch das soll sich in der Zukunft ändern. Ob das Vorhaben gelingt? Das sind die Pläne des Stadtrats.

Der Stadtrat hat ein neues Paket für bezahlbaren Wohnraum geschnürt. Dazu gehören ein Pilotprojekt für maximal acht Euro Miete in Freiham, die stärkere Förderung von Baugemeinschaften sowie konzeptioneller Mietwohnungsbau. Die Stadt will sich mit diesen Maßnahmen gegen die aus dem Ruder laufenden Grundstückspreise stemmen. Zuletzt fanden sich im Frühjahr 2018 aufgrund der teuren Preise keine Bewerber für Flächen in Freiham, die eigens für Genossenschaften ausgelobt worden waren. Nun will die Stadt gegensteuern.

Immobilienmarkt München: Mittelständische Familien flüchten

Im Planungsausschuss wurde beschlossen, die Förderquote für Wohnungsbau auf städtischen Flächen von 50 auf 60 Prozent zu erhöhen. 30 Prozent davon sollen geförderte Mietwohnungen sein, 20 Prozent entfallen auf das München Modell-Miete und Genossenschaften und zehn Prozent sind für das München Modell-Eigentum für Baugemeinschaften reserviert. Die restlichen 40 Prozent der städtischen Flächen werden für den Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) verwendet. Die CSU hätte es gerne gesehen, die Quote für die Förderung von Baugemeinschaften von zehn auf 20 Prozent zu erhöhen. Doch diesen Antrag lehnte die Stadtratsmehrheit ab.

CSU-Stadtrat Johann Sauerer sagte, immer mehr „mittelständische Familien“ zögen ins Umland, weil sie in München kein Eigentum bilden könnten. Diesen Menschen solle das neue Modell zugutekommen. SPD und Grüne hielten die Quote von zehn Prozent jedoch für ausreichend. Denn letztlich profitierten von gefördertem Eigentum nur jene, die ohnehin über das entsprechende Eigenkapital verfügten oder eine Erbschaft gemacht hätten, sagte Heide Rieke (SPD). Die Verwaltung soll nun zusammen mit den Baugemeinschaften und der unabhängigen Beratungsstelle für partizipative Wohnformen ein Fördermodell auf Basis eines Erbbaurechts entwickeln.

Johann Sauerer (CSU) ist gespannt, ob sich Investoren finden werden.

Beim KMB legt die Stadt künftig einen niedrigen Festpreis für die Vergabe von Grundstücken in Höhe von 1050 Euro je Quadratmeter Geschossfläche fest. Dieser Betrag liegt weit unter dem Marktwert. Investoren dürfen dafür maximal eine Kaltmiete von 13,50 Euro verlangen. Für die KMB-Wohnungen gelten Einkommensgrenzen, zum Beispiel ein Jahresbruttoeinkommen von 49 400 Euro für Singles, 80 200 Euro für zwei Personen oder 123 000 Euro für eine Familie mit zwei Kindern.

Pilotprojekt in Freiham: Gelingt das Vorhaben der Stadt?

Im Neubaugebiet Freiham wiederum startet die Stadt ein Pilotprojekt mit einer Höchstmiete von acht Euro pro Quadratmeter. Investoren müssen diesen Preis langfristig garantieren. Wer die niedrigste Miete im Angebot hat, erhält einen deutlichen Vorteil bei der Grundstücksvergabe. Dieses Modell ist der dritte Baustein des städtischen Pakets.

Im Planungsausschuss wurde diese Idee parteiübergreifend begrüßt. CSU-Stadtrat Johann Sauerer sagte, er sei gespannt, „ob sich Investoren finden werden“. Leise Zweifel äußerte nur Michael Mattar (FDP), der davor warnte, dass bei all den Fördermodellen die Gefahr bestehe, dass Ghettos geschaffen würden. Gegen diesen Eindruck verwahrte sich allerdings Jacqueline Charlier vom Planungsreferat. Das wohnungspolitische Handlungsprogramm der Stadt sei so breit aufgestellt, dass die „Münchner Mischung“ auch künftig umgesetzt werde, sagte Charlier.

Mehr: Hohe Mieten und eine unsichere Wohn-Zukunft. Viele ältere Münchner zieht es aus der Stadt weg. Der Landeshauptstadt droht eine „graue Wohnungsnot“.

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