KVR erlässt Konzept für Veranstaltungen

Neue Party-Regeln für Münchens Plätze

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Stars wie hier Andreas Gabalier 2014  spielen am Königsplatz. Künftig soll hier noch mehr Musik erlaubt sein. 

Die Stadt will Veranstaltungen auf den großen Münchner Innenstadt-Plätzen strenger regulieren. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat entsprechende Richtlinien erarbeitet – und das Stadtgebiet zudem in unterschiedliche Veranstaltungszonen eingeteilt.

München - Immer wieder gab es zuletzt Beschwerden von Anliegern und Bezirksausschüssen, es gäbe zu viele Veranstaltungen auf den zentralen Plätzen der Innenstadt. Sollte der Stadtrat das Konzept von Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle absegnen, könnte sich die Zahl der Plätze, an denen Veranstaltungen begrenzt werden, mehr als verdoppeln.

Neben dem Marienplatz, Königsplatz und Jakobsplatz sollen künftig auch für den Stachus, Max-Joseph-Platz, Rindermarkt, den Sendlinger-Tor-Platz, Odeonsplatz sowie den Wittelsbacherplatz Sonderregelungen gelten.

Erster Gesamt-Plan für alle Innenstadt-Plätze

Konkret gibt es vor allem bei Kultur- und Konzertveranstaltungen Änderungen:

  • Auf dem Odeonsplatzsollen jährlich höchstens vier, auf allen anderen „besonderen Plätzen“ in der Altstadt – Marienplatz, Stachus, Max-Joseph-Platz, Rindermarktund Sendlinger-Tor-Platz – lediglich zwei stattfinden.

Laut KVR gab es in der Innenstadt mit „Klassik am Odeonsplatz“ und „Oper für alle“ am Max Joseph-Platz bislang zwei Formate, die in diesen Rahmen fallen. Mit der Neuregelung will das KVR auch Künstlern Auftritte ermöglichen, die bislang nicht berücksichtigt wurden, beispielsweise das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder die Münchner Philharmoniker. Mit den Richtlinien möchte die Stadt die Qualität der Innenstadtveranstaltungen steigern.

  • Mehr Veranstaltungen gibt es in der Maxvorstadt auf dem Königsplatz: Statt jährlich zwei könnten dort nun drei kommerzielle Konzertveranstaltungen anstehen, die maximal zwei Tage dauern dürfen. Dazu kommen eine kulturelle Veranstaltung für die Jugend (Münchner Sportfestival), das bis zu siebentägige Open-Air-Kino sowie weitere kleine, nicht kommerzielle Veranstaltungen mit örtlichem Bezug.
  • Besonders geschützt wird der Wittelsbacherplatz, auf dem nur noch Veranstaltungen mit kulturellem, konfessionellem oder lokalem Bezug zulässig sein sollen, außerdem jährlich zwei allgemeine Marktveranstaltungen und ein Christkindlmarkt.
  • Auf dem Jakobsplatz können auch künftig nur solche Institutionen Veranstaltungen anbieten, die selbst Anlieger sind, darunter fallen das Angerkloster, die Israelitische Kultusgemeinde oder das Münchner Stadtmuseum.
  • Die Fläche Am Bavariapark soll laut Entwurf nicht mehr als „besonderer Platz“ geführt werden und in Zukunft auch keiner Sonderregelung mehr unterstehen.

    Bezirksausschüsse dürfen mitreden

Die „Richtlinien für Veranstaltungen auf öffentlichem Verkehrsgrund“ waren zuletzt 2009 geändert worden. Nach Auskunft des KVR wird der Entwurf derzeit noch mit den Bezirksausschüssen, anderen Behörden und externen Institutionen abgestimmt. Im Juli soll der Stadtrat die Novellierung dann beschließen.

Mit der Regelung nehme die Stadt Einfluss „auf die Platzvergabe sowie auf die Anzahl, Art, Gestaltung und Dauer von Veranstaltungen“, schreibt das KVR. Die Richtlinien sollen außerdem „zur Gleichbehandlung von Veranstaltern beitragen“. Sie gelten grundsätzlich für alle öffentlichen Straßen, Wege und Plätze im Stadtgebiet – nicht aber für städtischen Privatgrund. Dazu zählen zum Beispiel die Theresienwiese, der Viktualienmarkt oder diverse Grünanlagen, die von den Regularien nicht betroffen sind.

Einteilung in drei Bereiche

Zentrale Neuerung des Entwurfs ist die Aufteilung des Stadtgebiets in drei Veranstaltungsbereiche:

  • Der „Veranstaltungsbereich 1“ umfasst den Stadtbezirk Altstadt-Lehel.
  • Im „Veranstaltungsbereich 2“ sind die kreisförmig um das Zentrum liegenden Stadtbezirke Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, Au-Haidhausen und Schwanthalerhöhe zusammengefasst.
  • Die 20 restlichen und dezentraleren Stadtbezirke fallen in den „Veranstaltungsbereich 3“.

Mit dieser Aufteilung sollen die Innenbezirke entlastet und die Außenbezirke belebt werden. Während laut Entwurf eine Reihe von Veranstaltungsarten wie Public Viewing oder Sportveranstaltungen im Bereich 1 nicht zulässig oder deutlich beschränkt wären, dürfen im Bereich 3 sogar die bisher nur als Ausnahmen erlaubten, aber sehr beliebten Flohmärkte regelmäßig stattfinden.

Wie bisher sollen die Bezirksausschüsse auch künftig vor jeder Veranstaltung auf öffentlichem Grund eingebunden werden. In die Richtlinien soll insbesondere die bisher ungeregelte Vergabe von Marathon-Veranstaltungen Eingang finden. Das KVR plant aufgrund der „erheblichen verkehrlichen Auswirkungen“, jährlich höchstens einen Lauf zu erlauben. Mögliche Termine wären die Oktober-Sonntage nach der Wiesn. Die Veranstalter sollen auf Basis eines eingereichten Verkehrskonzepts für jeweils zwei aufeinanderfolgende Jahre bestimmt werden.

von Philipp Nowotny

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