Schwabings Schachtelturm

Mega-Bauprojekt an der Schleißheimer Straße geplant

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Positiv oder negativ? Ein Blickfang wäre der neue Wohnturm zweifelsohne.

Am Luitpoldpark steht das ehemalige Karmelitenkloster. An dessen Stelle soll ein Wohnkomplex samt Hochhaus entstehen. Der Investor warb jetzt im Bezirksausschuss für die Pläne.

München - Für das Projekt „Covent Garden Munich“ an der Schleißheimer Straße 278 hat der Bauträger dem Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West jetzt konkrete Pläne vorgelegt. Der Komplex der schweizerischen SSN Group soll ein 20-stöckiges Hochhaus, fünf niedrigere Wohnbauten sowie eine Anwohner-Tiefgarage umfassen. Die fünf niedrigeren Gebäude sind in den Plänen etwa so hoch wie die Häuser in der Umgebung. Für die etwa 300 neuen Wohnungen mit einer mittleren Größe von 70 Quadratmetern sind Kosten von etwa 196 Millionen Euro veranschlagt.

Das etwa 11.000 Quadratmeter umfassende Grundstück – zwischen Petueltunnel und Sommerbad Georgenschwaige sowie der Kleingartenanlage „Familienglück“ und dem Luitpoldpark gelegen – sei „prominent und wichtig“, betont Architekt Markus Allmann vom beauftragten Büro Allmann Sattler Wappner. Und: „Es ist für Nachverdichtung der ideale Ort.“

Das ehemalige Karmelitenkloster am Luitpoldpark - Neue Pläne mitgeteilt

Die Investoren der SSN warben im BA-Unterausschuss Planen und Wohnen regelrecht um das Projekt. Ein Argument Allmanns für das Bauen in die Höhe war, dass so die meisten Bäume auf dem Areal erhalten blieben. Die Stadt verpflichtet Grundstückseigentümer im Rahmen der Sozialgerechten Bodennutzung (Sobon), auf privaten Flächen auch günstigen Wohnraum zu schaffen. Die SSN betonte diese 40-Prozent-Vorgabe einhalten zu wollen. Doch der BA-Vorsitzende Walter Klein (SPD) kommentiert zynisch: „Dann sind 40 Prozent davon bezahlbar, und die restlichen 60 Prozent nicht.“

An der Adresse stehen aktuell noch das frühere Karmelitenkloster sowie zwei fünfstöckige Häuser. 77 Wohnungsbesitzer halten Grundstücksanteile an dem Areal. Das Kloster soll abgerissen werden, die 77 Parteien sollen bei der Bebauung ein Mitspracherecht behalten. Die SSN selbst besitzt 48,98 Prozent des Grundstücks. Zur Zeit ist es in zwei unabhängige Wirtschaftseinheiten unterteilt. „Eine Realteilung wäre schwierig“, so die zwei SSN-Projektleiter im Unterausschuss. Am 9. Juli wurde in einer Eigentümerversammlung über die Baupläne informiert, so die SSN, etwa die Hälfte der Betroffenen sei gekommen und es habe „positive Resonanz“ gegeben. 

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Auch Caritas-Integrationskindergarten in Containern untergebracht

Momentan ist auf dem Gelände auch der Caritas-Integrationskindergarten St. Josef übergangsweise in zweistöckigen Containern untergebracht. Die SSN versprach, zwei neue Kitas auf dem Areal unterzubringen. „Werden das teure Kitas?“, fragte Klein, ohne eine konkrete Antwort zu erhalten. Ausführlicher ging die SSN auf den Vorschlag für Bäckereien im Erdgeschoss des Komplexes ein. Wenn die Baupläne bewilligt würden, sei die Immobilie „in zwei Jahren fertiggestellt“, so Allmann.

„Es ist doch besser, an dieser Stelle zu bauen, als zur Nachverdichtung ständig Hinterhöfe zu verkleinern“, sagte BA-Mitglied Filiz Freifrau von Thermann (Grüne). Der BA will jetzt bei der Stadt München und der Lokalbaukommission den Flächennutzungs- sowie den Bebauungsplan für das Grundstück anfordern, so Oskar Haider (CSU), und dann Stellung zu den Plänen nehmen. Für Januar sei ein runder Tisch zur Information der Anwohner geplant.

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