Neuer Bebauungsplan im Osten

Überraschung in Neuperlach: Neue Siedlung mit bis zu 750 Wohnungen

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Der Parkplatz gegenüber von Siemens soll weichen, stattdessen sind 750 Wohnungen geplant, teils in 18-stöckigen Gebäuden.

Auf dem bisherigen Siemens-Parkplatz an der Carl-Wery-Straße soll in den nächsten Jahren eine Neubau-Siedlung entstehen. Weil’s nach Neuperlach gut passt, sind dort auch Hochhäuser mit 18 Geschossen geplant.

München - Vom „Alten Peter“ in der Innenstadt wäre ein 60-Meter-Hochhaus in Neuperlach-Süd kaum zu sehen. Es verändere also das Stadtbild nicht und ist damit nach Ansicht des Planungsreferats kein Problem. Zudem würden solche Hochhäuser ins Profil von Neuperlach passen. Aus diesem Grund sollen in der geplanten Neubau-Siedlung bis zu 18 Geschosse erlaubt sein. So sieht es der Eckdatenbeschluss zum neuen Bebauungsplan für das Areal an der Ecke Otto-Hahn-Ring/Carl-Wery-Straße vor.

Derzeit befindet sich hier noch ein Parkplatz fürs angrenzende Siemens-Areal. Nun soll ein Wohnquartier mit Grün- und Freiflächen, mindestens drei Kindertagesstätten und einem Nachbarschaftstreff, Gastronomie sowie nicht störendem Gewerbe entwickelt werden. Während auf der Siemens-Seite die hohen Gebäude mit bis zu 18 Geschossen stehen sollen, sollen die Neubauten im Innenhof und zur angrenzenden Kleinsiedlung niedriger werden und nur fünf bis sechs Geschosse betragen. Bei der angestrebten hohen Bebauungsdichte seien Hochhäuser möglich und nötig, so die Stadt. Die konkrete Anzahl und Höhe sowie die Standorte wird erst der Wettbewerb bestimmen. Zu den Nachbarn soll immer der Abstand von einer Gebäudehöhe eingehalten werden. In den Neubauten sind unterschiedliche Wohnformen für unterschiedliche Einkommensgruppen geplant. Geschätzt kommt zusätzlicher Verkehr von etwa 3500 Fahrten täglich auf das Gebiet zu.

Plötzliche Dynamik erzeugt nicht nur positive Reaktionen

Im Bezirksausschuss Perlach ist man völlig überrascht von der Dynamik. Bislang hatten die Lokalpolitiker nur am Rande von Überlegungen gehört, nun gibt es plötzlich sehr konkrete Entwicklungen. Entstanden ist alles offenbar allein durch die notwendige Rahmenplanung zum neuen U-Bahn-Betriebshof ganz in der Nähe, bei dem man sich auch die weitere Umgebung angeschaut hat. „Bei vergleichbaren Baugebieten an anderer Stelle gab es vorher mehrere Bürgerveranstaltungen“, wunderte sich Wolfgang Thalmeir (CSU). 

Tatsächlich gebe es Gesprächsbedarf. Gerade was den Übergang zur Einfamilienhaus-Bebauung im Norden betreffe. Für die Bewohner sei es trotz eines zwei Meter hohen Grünwalls wohl kaum „angenehm und wünschenswert, im Süden sechs- bis zwölfgeschossige Wohngebäude hingestellt zu bekommen“. Zudem hält der BA den Schulbedarf für völlig falsch eingeschätzt. „Da werden Kafka- und Gänselieselschule als aufnahmefähig beschrieben, obwohl wir ganz andere Meldungen haben.“

Mit Nachdruck fordern die Stadtteilpolitiker eine Öffentlichkeitsveranstaltung noch vor dem Stadtratsbeschluss, der für Anfang Dezember geplant ist. Denn in der Umgebung rumort es. Das Neubaugebiet der Gewofag an der Carl-Wery-Straße, der geplante U-Bahnbetriebshof sowie ein Boarding-Haus, dazu noch eventuell eine Biomasse-Anlage im Umgriff seien genug. Eine Anwohnerin: „Man kann doch nicht einfach Wohnblocks für hunderte Bewohner bauen und hat keine Infrastruktur dafür.“

Auch lesenswert: Der Immobilienmarkt scheint in München immer härter umkämpft. Experten erklären nun alles Wissenswerte und finden: „der Markt ist überhitzt“.

Außerdem machte ein Lehrer einen Sensations-Fund in einer Münchner Schule.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach – mein Viertel“.

Carmen Ick-Dietl

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