Angeblich keine Tötungsabsicht bekannt

NSU-Prozess: Mitangeklagter übergab Waffe - ohne den Plan des Trios zu kennen?

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Der Angeklagte Carsten S. sitzt im Oberlandesgericht München im NSU-Prozess und verbirgt sein Gesicht hinter einer Kapuze.

Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. hat die Morde und Anschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ nach Darstellung seiner Verteidiger weder gewollt noch unterstützt.

München - S. habe die Tötung anderer Menschen nicht billigend in Kauf genommen, sagte sein Anwalt Jacob Hösl am Mittwoch im Münchner NSU-Prozess.

S. ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, weil er die wichtigste Mordwaffe des NSU, eine „Ceska“-Pistole, zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach Chemnitz gebracht haben soll. Mit der immer gleichen Waffe ermordeten die beiden Terroristen neun Gewerbetreibende mit türkischen und griechischen Wurzeln.

„Willfähriger Adlatus“

Die Bundesanwaltschaft hatte drei Jahre Jugendstrafe für S. beantragt, der zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war. S. hat die Übergabe der Waffe umfassend gestanden. Hösl betonte aber, S. sei damals aber nur der „willfährige Adlatus“ des Mitangeklagten Ralf Wohlleben gewesen, der bei der Waffenbeschaffung demnach die zentrale Rolle gespielt haben soll.

Die Verteidiger-Plädoyers hatten vergangene Woche mit den Schlussvorträgen der beiden Wunschverteidiger von Beate Zschäpe begonnen. Sie ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Sie lebte fast 14 Jahre gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt im Untergrund. Die Bundesanwaltschaft fordert für sie lebenslange Haft. Die Verteidiger verlangten dagegen eine Gefängnisstrafe von maximal zehn Jahren.

dpa

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