Ostermärsche für Abrüstung und gegen Rüstungsexporte

Ostermärsche für Abrüstung und gegen Rüstungsexporte

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Ostermarsch in München.

Es sind nicht mehr so viele Tausend Ostermarschierer wie in den 1980er Jahren, sondern meist eher ein paar Hundert. Dennoch: Die Tradition der österlichen Demonstrationen für Frieden und Abrüstung lebt weiter.

München - Hunderte Anhänger der Friedensbewegung sind am Karsamstag in mehreren Städten Bayerns zu den traditionellen Ostermärschen auf die Straße gegangen. Themen waren Rüstungsexporte, die Spannungen zwischen dem Westen und Russland, Auslandseinsätze der Bundeswehr - und speziell der Krieg in Syrien. Redner forderten anstelle einer Erhöhung eine drastische Reduzierung der Rüstungsausgaben. Sie verlangten eine Abschaffung von Atomwaffen, von jeher eine zentrale Forderung der Ostermarschierer.

Mehr als 1000 Menschen zogen nach Angaben des Münchner Friedensbündnisses am Samstag durch die Landeshauptstadt. „Atomwaffenverbot“, „Wer Waffen liefert, sät Krieg und erntet Terror“, hieß es auf Transparenten. Manche Teilnehmer trugen bei dem Zug zum Marienplatz regenbogenfarbene Peace-Fahnen.

In Würzburg gingen rund 250 Menschen unter dem Motto „30 Milliarden mehr fürs Militär - Frieden geht anders“ auf die Straße. Rund 150 Teilnehmer forderten in Erlangen „Abrüsten statt aufrüsten“. Mehr als 100 Demonstranten waren in Augsburg unterwegs. Auch in Erlangen, Aschaffenburg, Ansbach, Miesbach und Traunstein demonstrierten Menschen für Frieden und Abrüstung.

Teilweise kamen laut Organisatoren etwas mehr Menschen als in den Vorjahren. Als Grund vermuteten Sprecher die unsichere Weltlage mit der Zuspitzung der Situation in Russland, die Kriege im Nahen Osten und die Rüstungsexporte aus Deutschland.

Die Wurzeln der Ostermärsche im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In die 1950er Jahren gingen erstmals Pazifisten in England auf die Straße. Zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1000 Menschen. Einen Höhepunkt erreichten die Bewegung in den 1980er Jahren, als insgesamt Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss und eine Stationierung von US-Mittelstrecken-Raketen in Deutschland protestierten.

dpa/lby

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