Polizei trotz Hochbetrieb in den Parks zufrieden

So war Ostern 2020 im Zeichen der Corona-Krise: München ganz aus dem Häuschen

Ungeachtet der aktuellen Ausgangsbeschränkungen in Bayern wegen der Corona-Krise nutzen am Oster-Wochenende das schöne Wetter für einen Gang an die Sonne. 

  • Die aktuellen Ausgangsbeschränkungen in Bayern gelten vorläufig noch bis zum 19. April.
  • In München nutzten viele Menschen dennoch die Osterfeiertage für einen Gang an die Sonne.
  • Hier finden Sie unseren Wegweiser zur Berichterstattung und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Bayern als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

Sonnenschein, 20 Grad, bestes Frühlingswetter! Entsprechend hat es die Münchner am Osterwochenende nach draußen getrieben. Die ganze Stadt war trotz Corona-Krise auf den Beinen – zumindest schien es so am Isarufer, im Englischen Garten, im Olympiapark und im Hirschgarten. Dass die Menschen in der ganzen Republik wieder mehr unterwegs sind, belegen auch die Daten des Internet-Riesen Google. Er veröffentlicht seit Anfang April die Standort-Daten seiner Nutzer anonymisiert. Die Statistiken zeigen an, ob das Besuchsaufkommen in Parks, Geschäften, Häusern oder Arbeitsplätzen zu- oder abnehme, erklärte Google. Und der Trend geht nach oben – vor allem und besonders auffällig im Norden und Osten Deutschlands.

Corona-Krise in München: Polizei bewertet Verhalten der Bürger positiv

In München bewertet die Polizei das Verhalten der Bürger am langen Osterwochenende positiv. „Wir sind zufrieden“, sagt Sprecher Werner Kraus. Die Menschen hätten sich prinzipiell an die Ausgangsbeschränkungen gehalten. Zwischen 6000 und 7000 Kontrollen gab es seit Karfreitag täglich im Stadtgebiet. Jeweils rund 300 Verstöße wurden registriert – für eine Millionen-Stadt eher wenig.

Auf den Radwegen herrschte Hochbetrieb.

Auch wenn sich die meisten Bürger an die Corona-Regeln halten: Es gibt nach wie vor schwarze Schafe. Wie die 51 Personen, die am Sonntagabend Party gemacht haben. Und zwar im Innenhof eines Studentenwohnheims in Neuhausen. Der Hinweis war gegen 19.45 Uhr bei der Polizei eingegangen. Sie erstattete gegen die Beteiligten, alle zwischen 20 und 30 Jahre alt, Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Auch Joggen stand am Ostermontag hoch im Kurs.

Genauso erging es den Münchnern, die in der Nacht zu Samstag in einer Kneipe an der Schwanthalerstraße gefeiert haben – hinter abgedunkelten Fenstern. Die Beamten kontrollierten die Gaststätte gegen ein Uhr und trafen neben dem 23-jährigen Betreiber auf sechs Gäste. Auf den Besuch der Streife reagierte ein 38-Jähriger aus Leipzig äußerst aggressiv. Er leistete derartig heftigen Widerstand, dass die Beamten ihn fesseln mussten. Seine Renitenz bringt ihm nun ein eigenes Ermittlungsverfahren ein.

Viele Menschen waren an der Isar unterwegs. Wer sich niederließ, achtete auf Abstand.

Corona-Krise: In München tumultartige Zustände an Supermarkt

Zu fast schon tumultartigen Zuständen kam es am späten Samstagvormittag an einem Supermarkt an der Schlüsselbergstraße in Berg am Laim. Dorthin wurde die Polizei gerufen, weil rund 110 Kunden in dem Markt waren und von draußen weitere 70 hineindrängten. Die Beamten ließen den Laden zunächst räumen. Mit dem Geschäftsführer (22), der eine Anzeige bekam, wurde dann geklärt, dass sich immer nur 15 Menschen in dem Markt aufhalten dürfen.

Ach du dickes Ei: Klara ist im Olympiapark dem Osterhasen begegnet.

Dass es auch entspannt ging, haben viele Familien am Ostersonntag bewiesen. Sie nutzten das gute Wetter, um mit ihren Kindern in den Parks Ostereier zu suchen. Das ist auch erlaubt, solange man sich an die Regelungen der Ausgangsbeschränkung hält. Die Polizei München erklärte dazu auf Twitter: „Der Osterhase achtet natürlich auf den Mindestabstand von 1,5 Metern und wäscht sich vorher und im Anschluss seine Pfoten“. Ihr Tipp: Am besten daheim Eier suchen. Daran haben sich Johann, Emilia und Nina gehalten, die im Olympiapark unterwegs waren. „Während wir spazieren gehen, kommt daheim der Osterhase“, erklärt Vater Johann. „Wir haben nur einen Balkon, keinen Garten. Da muss man auch mal in den Park gehen – rauskommen, sich bewegen und frische Luft schnappen.“

NADJA HOFFMANN/PETER SCHLINGENSIEF

Nina und ihre Eltern genossen die frische Luft ...

Lesen Sie auch: Corona-Risiko in Parks: Neue Studie über Jogger und Radfahrer beunruhigt

Bei herrlichstem Frühlingswetter müssen sich die Menschen in München an die neuen Gegebenheiten gewöhnen - doch einige machen sich schon Gedanken über die Zeit danach.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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