Pendlerwut wegen Info-Chaos

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Störungen bei der S-Bahn gehören schon fast zur Tagesordnung. Was Pendler zudem ärgert, ist die mangelhafte Info an den Anzeigen oder über Lautsprecher.

München - Es sind nicht (nur) die vielen Störungen bei der S-Bahn, die uns nerven, sondern vor allem die Informationspolitik! Doch der Bahn scheint das egal zu sein.

Keine Durchsagen, falsche Anzeigen, das ärgerte bei der Stammstreckensperrung am Freitag wegen der Oberleitungsstörung viele Kunden. Doch die Bahn nimmt es zur Kenntnis und klopft sich auf die Schulter. Beispiele für das chaotische Info-Management:

Beispiel 1:Störungen bei der S-Bahn gehören schon fast zur Tagesordnung. Was Pendler zudem ärgert, ist die mangelhafte Info an den Anzeigen oder über Lautsprecher  „Ich stand über eine Stunde frierend am Bahnhof Taufkirchen“, ärgert sich S-Bahn-Kunde Wolfgang Fischer (64) aus München. Der Netzwerk-Entwickler: „Es gab keine Durchsagen, was überhaupt los war. Die Anzeigen und Bandansagen waren unbrauchbar.“ So zeigten sie die nächsten Züge der S 3 nach München zuerst in 7, 22 und 42 Minuten an. Nach sieben Minuten verschwand der erste Zug vom Schirm und die nächsten Züge zählten herunter. Fischer: „Eine ganze Stunde lang ging das so. Doch erst danach kam ein Zug. Hätte es eine Durchsage gegeben, hätte man in der Zwischenzeit einkaufen oder den Bus wählen können.“ Bahnsprecher Bernd Hohnerkamp: „Leider kam zu der Störung an der Donnersbergerbrücke noch eine Weichenstörung am Ostbahnhof dazu, deren Auswirkungen nicht abzuschätzen waren. Auf der Stammstrecke waren am Freitag überall Mitarbeiter im Einsatz, die die Leute gut informiert haben.“ In den Außenbereichen funktionierte es wie in Taufkirchen weniger gut.

Beispiel 2: Die S 4 in Geltendorf. Als Anschluss an einen Regionalzug sollte um 17.14 Uhr eine S-Bahn nach Ebersberg fahren. Doch es stand kein Zug da. Auf dem Info-Schirm verschwand die S-Bahn nach zwei Minuten. Weder der Fahrdienstleiter vor Ort noch die vor Jahren mit großen Versprechen eingeweihte Ansagezentrale fand es der Mühe wert, die frierenden Reisenden zu informieren. Erst als nach 20 Minuten ein Lokführer, der auf den Zug wartete, nachfragte, erhielt er die Antwort, dass die S-Bahn in drei Minuten kommt.

Beispiel 3: Immer wieder passierte es bei den verschiedenen Störungen vergangene Woche auch, dass die Bildschirme des so genannten Defas-Systems falsche Zuglängen oder Abfahrten anzeigten. Oder die Bandansagen über Verspätungen kamen erst nach Abfahrt.

Jetzt verspricht die Bahn: Mit einer überarbeitenden Software wird alles besser.

Karl-Heinz Dix

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