„Keine vertrauensbildende Maßnahme“

Planänderungen für zweite Stammstrecke: Fahrgastverband bemängelt Informationspolitik 

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Planänderungen für die Zweite Stammstrecke kritisiert und eine neue Bewertung des gesamten Projektes gefordert.

München - Wie berichtet, will die Bahn offenbar aus Kostengründen den neuen S-Bahn-Halt von unterhalb der U1/U2 nach Westen verlagern und auf den Zugang Richtung Stachus verzichten. Kosten und Nutzen müssten nun neu ermittelt werden, sagte Pro-Bahn-Sprecher Andreas Barth. „Dass man vom zweiten Tunnel aus direkt zum Stachus kommt, war immer Teil der positiven Bewertung von Politik und Öffentlichkeit. Wenn jetzt Stück für Stück der Nutzen entfällt und die Kosten steigen, dann muss man sich schon die Sinnfrage stellen.“ 

Hier erwarte er auch mehr Ehrlichkeit von der Bahn: „Eine Planungsänderung schon 2017 einzureichen, aber die Öffentlichkeit nicht zu informieren, ist vorsichtig formuliert keine vertrauensbildende Maßnahme.“ Pro Bahn fordert, vorerst keine Gelder mehr in den Tunnel zu stecken. Sonst drohe eine Situation wie in Stuttgart, wo die Bahn den richtigen Moment für den Ausstieg mehrfach verpasst habe. Es gelte, den Fahrgastfluss, Zeitbedarfe für Fußgänger und die Umsteigewege zu den vorhandenen und geplanten U-Bahn-Linien am Hauptbahnhof neu zu bewerten.

Lesen Sie auch: Herbe Kritik an zweiter Stammstrecke: Vergleiche mit Nordkorea und Stuttgart 21

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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