„Keine Entscheidung gegen den Willen der Mitarbeiter“

Das plant Münchens neuer IT-Referent

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Große Aufgabe: OB Dieter Reiter gratuliert dem frisch gewählten IT-Referenten Thomas Bönig. 

Thomas Bönig tritt das Amt als neuer IT-Referent der Stadt an. Eine zentrale Frage wird die mögliche Umwandlung der Abteilung in eine GmbH sein. 

München - Einige sagen, der neue Referent für die städtische Datenverarbeitung klinge vom Dialekt her wie Fußballbundestrainer Jogi Löw. Und tatsächlich muss man Thomas Bönig (55) nicht lange zuhören, um zu erahnen, dass er wie Löw aus Baden-Württemberg stammt. Und ähnlich wie der Bundestrainer erwarten auch Bönig bei Amtsantrittviele Aufgaben. Der 55-Jährige Familienvater (drei Kinder) soll das neu gegründete IT-Referat leiten und all die vielen kleinen und großen Probleme rund um die städtische Datenverarbeitung in den Griff bekommen.

Bönig ist gestern mit 48 Stimmen vom Stadtrat als Referent gewählt worden. 73 Stimmen wurden abgegeben, 16 waren ungültig, neun entfielen auf einen Mitbewerber.

Bönig ist studierter Informatiker und arbeitete zuletzt bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) in Karlsruhe. In seiner Position als Abteilungsleiter IT richtete Bönig das IT-Umfeld sowie die IT-Systemlandschaften der Versorgungsanstalt neu aus und gestaltete sie nach modernen Standards. Darüber hinaus war Bönig Geschäftsführer der ITAS GmbH, einer Tochterfirma der Versorgungsanstalt.

Gerade der letzte Punkt ist spannend, da es auch im Münchner Rathaus Überlegungen gibt, die städtische IT ganz oder in Teilen in eine GmbH auszulagern. Eine Meinung hat der neue Chef dazu abschließend noch nicht. „Ich möchte erst mit den Mitarbeitern sprechen, mich gründlich informieren und mir ein Bild machen. Gegen deren Willen wird es keine Entscheidung geben.“

Bönig ist der erklärte Wunschkandidat der Kooperationspartner im Rathaus. Entsprechend fielen die Kommentare zum Amtsantritt aus. Anne Hübner, IT-Sprecherin der SPD: „Mit Herrn Bönig verpflichtet die Stadt einen Experten, der sowohl die Verwaltung kennt als auch das Verständnis besitzt, dass IT sich ständig dynamisch weiterentwickeln muss.“ CSU-Vize Kristina Frank: „Thomas Bönig hat uns in zwei Vorstellungsrunden überzeugt. Er bringt das Potenzial für die Leitung der städtischen IT mit.“

Lesen Sie auch: Gezerre um städtische IT - Rückkehr zu Windows nicht ausgeschlossen

Das neue Referat wird rund 1100 Beschäftigte umfassen. Bönig geht von einem Ausbau der Personalstärke aus, da die Digitalisierung stetig voranschreite. Eines seiner Ziele ist es beispielsweise, dass künftig mehr Behördengänge auch online erledigt werden können. „Es ist aber auch wichtig, dass die Verwaltung die Schnittstelle zum nicht-digitalen Bürger nicht verliert.“

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