Portugal-Mord: Prozess beginnt von vorn

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Der Mordprozess gegen Gunnar D. muss neu angesetzt werden

München - Ist es Schlamperei – oder einfach nur ein dummes Versehen? Weil ein Schöffe im Portugal-Prozess nicht fließend genug Deutsch spricht, muss der Prozess gegen Gunnar D. wegen Doppelmordes neu beginnen.

Die Strafkammer veröffentlichte am Montag eine entsprechende Pressemitteilung. Man habe im Verlauf des ersten Verhandlungstages festgestellt, dass einer der Schöffen nicht über die „für einen umfangreichen Strafprozess erforderlichen, in die Tiefe gehenden Kenntnisse der deutschen Sprache“ verfüge. Das bedeutet: Der Prozess wird nächste Woche neu angesetzt.

Auch der erste Verhandlungstag muss noch einmal wiederholt werden. Und das, obwohl der Schöffe bereits seit 40 Jahren in Deutschland lebt – und gut Deutsch spricht. Nur mit Fachbegriffen – wie beispielsweise aus einem psychologischen Gutachten – tut er sich schwer.

Vergangene Woche hatte der Mordprozess gegen Gunnar D. begonnen. Ihm wird vorgeworfen, im Juni 2010 an einem Traumstrand der Algarve in Portugal seine Ex-Freundin Georgina Z. (30) und die gemeinsame Tochter Alexandra (18 Monate) getötet zu haben.

Gunnar D., der in der Autoindustrie arbeitet, führte ein Doppelleben. In England hatte er eine junge Frau kennengelernt, die er nach München holte. In Stuttgart hatte er Freundin Nummer zwei, die Angolanerin Georgina Z.. Als sie Anfang 2008 von ihm schwanger wurde, wandte er sich von ihr ab. Er versuchte, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Trotz vieler Bedenken ließ sich Georgina im Juni 2010 zu einer gemeinsamen Reise nach Portugal überreden. Dass es eine Reise in den Tod sein würde, ahnte sie nicht.

tz

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