Briefe kamen wieder zurück 

Leserin enttäuscht über die Post: Das ist „unweihnachtlich“

Wie ärgerlich und auch peinlich: Die Weihnachtspost wird die Mandanten einer Kanzlei zu spät erreichen. Eine Mitarbeiterin ist sauer auf die Post. 

München - „Ich habe mich so geärgert“, erzählt Ursula Bräuhauser. Die Rechtsfachwirtin arbeitet für eine Anwalts- und Steuerkanzlei in München-Laim. Wie jedes Jahr verschickte die Kanzlei Weihnachtskarten an die Mandanten - nur dieses Mal werden sie erst nach den Feiertagen ankommen. 

„Wir frankieren immer richtig, oft bezahlen wir sogar zu viel Porto für die Versandtaschen, wenn die richtige Stückelung nicht vorhanden ist“, berichtet Bräuhauser. Als die Kanzlei die 15 mal 15 Zentimeter großen, quadratischen Weihnachtskarten verschicken wollte, ging man davon aus, dass ein Portopreis von 70 Cent ausreichend sei. Eben ein normaler Standardbrief. „Nie im Traum wären wir darauf gekommen, dass solch ein Maß bei der Post einen sogenannten ‚Großbrief‘ darstellt“. 

„Unglaublich und ganz und gar unweihnachtlich“

Statt 70 Cent hätten 1,45 Euro drauf kleben müssen, genauso viel wie für eine DIN A4-Versandtasche, die bis zu einem halben Kilo wiegen darf. Weil die Weihnachtspost direkt in einen Briefkasten geworfen wurde, konnte der Fehler am Schalter nicht entdeckt werden. Alle Briefe - bis auf einen einzigen - kamen wieder zurück in die Kanzlei. Zwar wurden sie nun nachträglich mit 1,45 Euro frankiert und erneut versendet, aber ankommen wird die Weihnachtspost bei den Mandanten wohl erst nach dem Fest! „Unglaublich“ und „ganz und gar unweihnachtlich“ findet Ursula Bräuhauser dieses Verhalten der Post.

Postsprecher: Unser System funktioniert

Klaus-Dieter Nawrath von der Pressestelle der Deutschen Post verweist auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen. „Die Preise richten sich nach der Größe und dem Gewicht“, so der Pressesprecher. Tatsächlich war bei der Weihnachtspost der Kanzlei die Breite der Briefe das Problem. Die darf bei Standardbriefen nicht 12,5 Zentimeter überschreiten. Ein minimaler, aber entscheidender Unterschied von 2,5 Zentimetern. 

„Rund 59 Millionen Briefe werden pro Werktag versendet“, weiß Nawrath. Sie werden automatisch begutachtet und sortiert. „Da kann schon mal eine Sendung durchrutschen, die unzureichend frankiert ist, wie bei diesem einen Brief der Kanzlei. Aber der Fall zeigt doch auch, dass unser System funktioniert“, ist der Pressesprecher zufrieden. 

Es hätte noch peinlicher kommen können

Zumal es auch passieren könne, „dass der Empfänger die Porto-Differenz beim Briefzusteller nachträglich bezahlen muss“, bemerkt Nawrath. Das wäre dann tatsächlich für die Kanzlei noch peinlicher gewesen, als eine zu spät ankommende Karte. 

Im nächsten Dezember wird Frau Bräuhäuser sicher genau mit dem Lineal nachprüfen, ob die Geschäftsbedingungen der Post erfüllt sind. Das Unternehmen nimmt es nämlich - auch zur Weihnachtszeit - ganz genau. 

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mag

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