Das Grauen nach der Party-Nacht

Münchner Taxler soll Krankenschwester (25) nach Disco-Besuch vergewaltigt haben

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Der Taxifahrer Arif C. muss sich seit gestern vor dem Münchner Amtsgericht wegen Vergewaltigung verantworten.

Die Vorwürfe gegen einen Münchner Taxifahrer wiegen schwer: Auf der Heimfahrt von einer Disco soll der 42-Jährige eine Krankenschwester vergewaltigt haben. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

München - „Er hat mir eine Zewa-Rolle in die Hand gedrückt, nach dem Motto: Und jetzt mach Dich sauber.“ Danach sei sie rücksichtslos an einer Bushaltestelle in Haar zurückgelassen worden. Diese traumatischen Erinnerungen schilderte gestern Daniela B. (Name geändert), eine 25 Jahre alte Krankenschwester, vor dem Münchner Amtsgericht. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Taxifahrer Arif C. Der 42-Jährige soll Daniela B. auf dem Heimweg von einer Diskothek vergewaltigt haben.

Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Der Taxifahrer selbst verliert kein Wort über die Nacht zum 8. April 2017. Beamte bringen den stämmigen Türken in den Gerichtssaal. Auf der Anklagebank versteckt er sein Gesicht hinter einer schwarzen Aktentasche. Angeklagt ist der Fall als gemeinschaftliche Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Gemeinschaftlich deshalb, weil die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Arif C. nicht der einzige Täter sein könnte. Offenbar fanden Gerichtsmediziner an Daniela B.s Körper noch DNA-Spuren weiterer Personen. Wem diese gehören, ist aber bis heute unklar.

Für die Krankenschwester liegt über ein Jahr Leidenszeit zurück. Gestern musste sie Richter Vincent Mayr von jener Heimfahrt erzählen. Ob sie den Angeklagten als den Mann erkenne, der ihr das angetan haben soll, wollte der Richter wissen. „Nein“, sagt Daniela B. „Ich habe kaum mehr Erinnerungen an den Abend.“ Das Wesentliche kann sie aber widergeben.

Eigentlich verlief der Besuch in der Diskothek Willenlos im Kunstpark Ost wie immer, erzählt die Krankenschwester. „Ich war mit meiner besten Freundin unterwegs. Wir haben getrunken, uns mit anderen Leuten unterhalten und später auch getanzt.“ Doch dann habe sie sich plötzlich unwohl gefühlt. Für gewöhnlich teilen sich Daniela B. und ihre Freundin nach einer Partynacht die gemeinsame Heimfahrt in einem Taxi. An diesem Abend kam es anders. Daniela B. verließ schnell die Disco, setzte sich in das nächste Taxi und schlief vermutlich ein. Mehr Alkohol als normal habe sie nicht getrunken, betont sie. Trotzdem kann sie sich kaum an etwas erinnern. Nur so viel: Während der Fahrt habe sie unterwegs Geld abgehoben. Das belegen ihre Kontoauszüge. Warum sie eine Bank aufsuchte? „Das weiß ich nicht“, sagt Daniela B. Denn eigentlich hatte sie genug Bargeld in der Tasche. Am nächsten morgen sei alles weg gewesen.

Plötzlich sei das Taxi stehen geblieben. Dann soll der Fahrer, vermutlich Arif C., Daniela B.s Sitz zurückgestellt und sich zuerst mit den Händen an ihr vergangen haben. Ob es bis zur Vergewaltigung kam, kann Daniela B. nicht mit Sicherheit sagen. Wenig später stand sie an einer Bushaltestelle, wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt. Danach erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Der Prozess wird fortgesetzt.

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Lesen Sie auch über diesen Fall: In München - 18-Jährige in U-Bahn vom Fahrer vergewaltigt

Johannes Heininger

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