Waffenhändler-Prozess

Fahnder hatten direkten Chat-Kontakt mit Münchner Amokläufer

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Der Angeklagte Philipp K. (M) am 28.08.2017 mit seinen Anwälten David Mühlberger (l) und Sascha Marks im Landgericht im Verhandlungssaal.

Die Frankfurter Zollfahndung hatte offenbar schon lange vor dem tödlichen Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum direkten Kontakt mit dem Täter. Das ergab eine Vernehmung im Prozess gegen den Waffenhändler.

München - Ein von den Fahndern übernommener Account in einem illegalen Darknet-Forum habe bereits im Juli 2015 mit dem Amokläufer David S. kommuniziert, der dort unter dem Pseudonym „Maurächer“ auftrat. Das trugen Nebenkläger im Prozess gegen den Waffenlieferanten in einem Beweisermittlungsantrag vor. Ein Zollfahnder sagte am Mittwoch als Zeuge, die Behörde habe den Account im April 2015 übernommen.

„Maurächer“ alias David S. hatte am 22. Juli 2016, also gut ein Jahr später, in München neun Menschen erschossen und sich dann selbst das Leben genommen. Einen knappen Monat später war der Lieferant der Tatwaffe, Philipp K., in Marburg (Hessen) festgenommen worden. Laut Anklage hatte er „Maurächer“ in demselben Darknet-Forum kennengelernt. Der spätere Amokläufer sei dann zwei Mal, zuletzt vier Tage vor dem Amoklauf, zu ihm nach Marburg gereist und habe eine Pistole vom Typ „Glock 17“ und mindestens 500 Schuss Munition bekommen. Für Waffen und Munition habe er insgesamt fast 4500 Euro bezahlt. 

Angeklagt ist der mutmaßliche Waffenhändler K. wegen fahrlässiger Tötung und Waffendelikten. Die Nebenkläger haben bisher erfolglos versucht, die Anklage auf Beihilfe zum Mord zu erweitern. Sie begründen das damit, dass Amokläufer und mutmaßlicher Waffenhändler dieselbe rechtsextreme Gesinnung teilen. Die beiden sollen außerdem über die Tötung von Migranten gesprochen haben.

dpa

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