Oberlandesgericht

Langer Prozess um Mord an kroatischem Dissidenten

München - Der Prozess gegen zwei frühere jugoslawische Geheimdienstgeneräle wegen Mordes an einem Regimekritiker in Deutschland dauert mindestens bis zum Jahresende.

Das Oberlandesgericht (OLG) München setzte bis 17. Dezember weitere 28 Verhandlungstage fest.

Ex-Geheimdienstchef Zdravko Mustac und sein enger Mitarbeiter Josip Perkovic müssen sich seit 17. Oktober 2014 vor dem Staatsschutzsenat verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, 1983 die Ermordung des Regimegegners Stjepan Durekovic im oberbayerischen Wolfratshausen angeordnet zu haben. Sie bestreiten das.

Initiiert wurde der Mord laut Anklage vom damaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Mika Spiljak persönlich. Der Präsident habe verhindern wollen, dass Durekovic Verwicklungen seines Sohnes in illegale Geschäfte beim staatlichen Mineralölkonzern publik macht. Regimekritische Äußerungen hätten nur vordergründig das Motiv für den Mord gebildet.

Ein Mittäter wurde bereits 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im jetzigen Prozess gab er als Zeuge zu, dem jugoslawischen Nachrichtendienst Informationen über das Opfer gegeben zu gaben.

dpa

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