Verlobte musste Messerattacke mitansehen

Video vom Tatort: Hier starb Domenico L.

München - Brutales Verbrechen an der Isar: Ein Radfahrer (31) ist von einem Mann so schwer verletzt worden, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Der Täter ist flüchtig.

Am Mittwochmittag darauf zeugt gegenüber des Europäischen Patentamts fast nichts mehr von der unfassbaren Tat, die sich hier am Abend zuvor abgespielt hat. Nur ein heruntergerissenes Absperrband auf dem Boden vor einer Parkbank lässt erahnen, dass es sich hier, unweit des Deutschen Museums, um den Schauplatz eines Mordes handelt. Grundlos soll ein unbekannter Täter am späten Dienstagabend nach einer kurzen Auseinandersetzung den 31-jährigen Ingenieur Domenico L. auf dem Radweg an der Erhardtstraße abgestochen haben. Die 28-jährige Verlobte des Opfers musste noch dabei zusehen, wie der Täter die Flucht ergriff. Der Domenico L. starb im Krankenhaus. Nun fahndet die Mordkommission mit Hochdruck nach dem Täter.

Vor allem die Frage nach dem Motiv gibt Rätsel auf, da sich Täter und Opfer laut Markus Kraus, Chef der Mordkommission, vorher nie begegnet waren: „Es gibt keinerlei Vorbeziehung.“

Aus Spuckattacke wird tödlicher Streit

Laut Polizei radelten die Verlobten, beide italienische Staatsbürger, gegen 22 Uhr auf dem Radweg an der Erhardtstraße in nördlicher Richtung, am Isarufer entlang auf die Ludwigsbrücke zu.

Auf Höhe des Europäischen Patenamts, das auf der anderen Straßenseite liegt, fuhren sie an einem dunkel gekleideten Fußgänger vorbei. Ohne erkennbaren Grund spuckte der Unbekannte die 28-Jährige an: „Es gab vorher keine Kommunikation“, so Kraus. Ihr Verlobter bekam dies zuerst gar nicht mit, da er etwas weiter voraus radelte. Im Weiterfahren beschwerte sich die Frau über die Spuckattacke. Das wollte ihr Partner nicht auf sich sitzen lassen. Obwohl sie schon über 50 Meter vom späteren Täter entfernt waren, machte er mit seinem Radl kehrt, um den Spucker zur Rede zu stellen.

Was dann geschah, beobachtete die 28-Jährige aus rund 50 Meter Entfernung. Laut ihren Angaben standen sich Verlobter und Täter gegenüber, es entspann sich ein kurzes Wortgefecht zwischen den beiden, das dann in eine Rangelei überging. Plötzlich ließ der Täter von seinem Opfer ab und ging schnellen Schrittes in Richtung Corneliusbrücke davon, während der 31-Jährige in sich zusammensackte. Als seine Verlobte zu ihm eilte, fand sie ihn blutüberströmt vor. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks hatte der Täter ihm mit einem Messer ins Herz gestochen. Dies wollte Mordermittler Kraus auf Anfrage nicht bestätigen.

Nachdem die 28-Jährige um Hilfe schrie, kamen Passanten und Autofahrer zu Hilfe. Der umgehend alarmierte Notarzt brachte den schwer verletzten Ingenieur unter laufender Reanimation in das Klinikum rechts der Isar. Dort erlag er jedoch laut BR an den Folgen des Herzstichs.

Obduktionsergebnis steht fest

Zum Ergebnis der Obduktion vom Mittwoch machte Kriminaloberrat Markus Kraus am Donnerstag keine Angaben. „Es war ein gewaltsamer Tod, über die genaue Todesursache oder die Tatwaffe können wir nichts sagen.“

Zeugen gesucht

Vom Täter existieren nur sehr vage Beschreibungen. Er soll etwa 35 Jahre alt und maximal 1,75 Meter groß sein. Er trägt dunkle, kurze Haare und war mit einer vermutlich schwarzen Jacke bekleidet. Zudem hatte er eine schwarze Umhängetasche bei sich, bei der es sich möglicherweise auch um eine Aktentasche handeln kann. Die Polizei sucht nun dringend nach Zeugen, die ihn gegen 22 Uhr auf der Corneliusbrücke gesehen haben oder die Tat mitbekommen haben. Sie können sich unter 089/29100 an das Polizeipräsidium wenden.

Angelo Rychel

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