Langhans: "Keiner soll mich als doof darstellen"

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Alt-68er und Kommune-1-Mitbegründer Rainer Langhans fühlt sich durch den Werbespot verunglimpft.

München - Rainer Langhans (70) ist sauer, richtig sauer. „Es ärgert mich einfach, wenn ich als doof dargestellt werde“, sagt er und meint damit einen Werbefilm des Online-Versands Zalando.de, der seit Wochen über die TV-Bildschirme läuft.

 Darin zu sehen: Ein offensichtlich an die Figur Rainer Langhans angelehnter Hippie, der in verschwurbelten Sätzen gegen die „neue Form der Unterdrückung des kapitalistischen Konsumapparates“ wettert, womit der Internet-Versandhandel gemeint ist. Da entlarvt die Lieferung von roten Pumps ein weibliches Mitglied der Kommune als konsumgeil, woraufhin der Film-Langhans einen Schreikrampf bekommt.

„Eigentlich ja ganz lustig“, sagt Langhans. „Aber wenn die schon mit mir Werbung machen, dann sollen sie wenigstens mit mir reden oder mir auch was davon abgeben.“ Will heißen: Das Symbol der 68er-Bewegung hat was dagegen, dass er und das Kommunenleben „so falsch dargestellt werden“. Weshalb er sich mit den für den Spot verantwortlichen Zalando-Mitarbeitern zusammensetzte, um nach einer Lösung zu suchen: „Vielleicht ein weiterer Spot, der das aufgegriffen und etwas zutreffender dargestellt hätte.“

Geradezu dreist fanden er und sein Kölner Anwalt Werner Hennen dann allerdings die Behauptung, die Figur in dem Spot habe gar nichts mit Langhans zu tun. Die jungen Männer behaupteten sogar, Langhans nicht einmal gekannt zu haben. „Da fühlt man sich natürlich auf den Arm genommen“, sagt ­Hennen, der daraufhin einen Schadensersatz für seinen Mandanten forderte. 50 000 Euro als Verhandlungsbasis, das scheint ihm nur gerecht. Zumal vor wenigen Tagen in der Landeszeitung für die Lünebruger Heide ein Artikel erschienen ist, indem der Langhans-Darsteller Henning Karge erzählt, wie er für „die Rolle des Rainer Langhans“ gecastet wurde und beim Dreh die Perücke trug, die schon Matthias Schweighöfer im Film Das wilde Leben getragen hat.

Langhans will sich am Freitag wieder mit den Zalando-Verantwortlichen treffen, um die Sache noch einmal friedlich zu besprechen. „Ich habe ihm geraten, auf den Tisch zu hauen“, sagt Anwalt Henne.

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