Samariter-Bund: Razzia in Münchner Zentrale

München - Von Zollbeamten richtig unter die Lupe genommen wurde am Mittwoch die Zentrale des Arbeiter-Samariter-Bunds. Rund ein Dutzend Ermittler waren im Einsatz.

Zollfahnder haben wegen angeblich nicht korrekt gezahlter Sozialversicherungsbeiträge Räume des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) in München durchsucht. Rund ein Dutzend Beamte hätten im Auftrag der Staatsanwaltschaft am Mittwoch die Zentrale des ASB-Regionalverbands München-Oberbayern unter die Lupe genommen, sagte der Sprecher des Hauptzollamts München, Thomas Meister, am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“. Um welche Beträge es gehe, sei noch unklar.

ASB-Sprecher Oliver Bendixen sagte, der Samariter-Bund habe immer korrekt abgerechnet. Grund der Durchsuchung sei die Bezahlung von Praktikanten, die im Rahmen einer Ausbildung zum Rettungsassistenten ein zwölfmonatiges Praktikum absolvieren müssten. Diese Praktikanten bekämen monatlich 125 Euro. Für diesen Betrag seien Sozialversicherungsabgaben und Steuern gezahlt worden.

“Jetzt hat es eine anonyme Anzeige gegeben, wegen Vorenthaltung von Arbeitsentgelten, mit der Begründung, dies sei eine zu geringe Bezahlung“, sagte Bendixen. Daraus ergebe sich der Vorwurf, dass auch zu geringe Sozialabgaben gezahlt worden seien. “Es gibt aus unserer Sicht keine bindende Vorschrift, was eine adäquate Bezahlung für Praktikanten ist“, sagte Bendixen.

Erst vor drei Jahren habe es eine amtliche Rentenversicherungsprüfung gegeben, bei der auch die Entgelte der Praktikanten und die dafür bezahlen Sozialbeiträge kontrolliert und nicht beanstandet worden seien. Andere Organisationen böten bereits gar keine Praktika mehr an, die jedoch für die Ausbildung zum Rettungsassistenten zwingend vorgeschrieben seien.

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lby

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