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S-Bahn: So soll sie pünktlicher werden

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Verspätungen sind an der Tagesordnung bei der Münchner S-Bahn: Grund sind oftmals Notarzteinsätze

München - Ein neues Programm soll für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bei der Münchner S-Bahn sorgen. Geschäftsführer Bernhard Weisser erklärt die Maßnahmen.

Die S-Bahn wird 40 Jahre alt. Und es gibt nicht nur diese Zahl zu feiern… „Wir haben 2011 einen neuen Fahrgast-Rekord erreicht“, sagt S-Bahn-Geschäftsführer Bernhard Weisser zur tz. Für das Vorjahr wurde ein Zuwachs von zwei Prozent auf 820 000 Fahrgäste registriert. Einzige Kehrseite der Medaille: Durch den Kundenzuwachs steigt auch die Zahl der Notarzteinsätze. Folge: Die Pünktlichkeit leidet noch stärker.

Das soll sich ändern: Mit einem neuen Programm will Weisser für mehr Zuverlässigkeit beim wichtigsten Verkehrsmittel der Münchner sorgen. Kernpunkt: Bei Notarzteinsätzen sollen die Patienten künftig nicht mehr im Zug behandelt werden. Die Strecke ist so schneller wieder frei.

So sieht's im Stellwerk Ost aus

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Im vergangenen Jahr waren sechs Prozent der täglich rund 1000 S-Bahnen mehr als fünf Minuten verspätet. „94 Prozent Pünktlichkeit ist ein guter Wert, er lag 0,3 Prozent über 2010“, so Weisser. Mit Maßnahmen wie einer Ausstattung aller Stammstrecken-Stationen mit Bahnsteigaufsichten, die in der Hauptverkehrszeit eine rasche Abfertigung der Züge möglich machen, wurde die Pünktlichkeit erhöht.

Trotzdem bleiben zwei Bereiche, die den Betrieb stören: die steigende Zahl der Not-arzteinsätze sowie Meldungen über Personen im Gleis (237 im Vorjahr). Bei den Notarzteinsätzen will der Bahnchef handeln. „Wir hatten 2011 genau 247 Notarzteinsätze, 91 davon auf der Stammstrecke.“ Folge: Verspätungen, Ausfälle, Chaos.

Nur ein kleiner Teil der Einsätze ist auf Unfälle zurückzuführen. Kreislaufprobleme oder Herzanfälle sind der Großteil. Hier will der S-Bahnchef radikal ansetzen. Kernpunkt: Die Behandlung der Patienten soll in die Räume der S-Bahn-Aufsichten an den Stationen der Stammstrecke verlegt werden. So kann der Betrieb schneller weiterlaufen.

Künftig sollen die Patienten im abgeschirmten Dienstraum versorgt werden. Dort werden für Notfälle Liegen, Erste-Hilfe-Kästen und Defibrillatoren bereit gehalten. „Eine Win-Win-Situation. Dem Fahrgast wird schneller geholfen, und unsere Züge fahren schneller wieder weiter.“ Derzeit erarbeitet die S-Bahn mit dem KVR, der Berufsfeuerwehr sowie Experten an einem Konzept.

Am Problem, dass die Stammstrecke schon lange überlastet ist, ändert das leider nichts. Und es wird noch schlimmer: „Bis 2025 soll die Fahrgastzahl um 20 Prozent steigen.“ Das wären dann weitere 160 000 Fahrgäste pro Tag. Die S-Bahn käme damit an die Millionengrenze – das Vierfache der 1972 zur Betriebsaufnahme vorhergesagten Fahrgäste pro Tag.

Karl-Heinz Dix

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