Schlampenmarsch in München am Samstag

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Die ukrainischen Aktivistinnen von FEMEN (unzensierte Fotos in der Fotostrecke unten) demonstrieren oft oben ohne. Beim Schlampenmarsch in München wird es wohl nicht ganz so nackt zugehen - aber auch sehr freizügig

Toronto - Sie kleiden sich wie Prostituierte und propagieren ihre Freizügigkeit auf Plakaten mit schmutzigen Worten: die Aktivistinnen bei Schlampenmärschen. Jetzt wird auch München davon übermannt.

Die Aktivistinnen bei den so genannten "Slutwalks" kleiden sich wie Prostituierte und propagieren ihre Freizügigkeit auf Plakaten mit schmutzigen Worten. "Schlampe" ist noch die harmloseste Übersetzung für das englische Wort "slut", das immer wieder zu lesen ist.

Provokante Auftritte dieser Art liegen im Trend. Am 3. April in Toronto machten etwa 2000 Frauen freizügig mit. Doch nicht genug: Von Kanada aus erobern diese so genannten Schlampen-Märsche nun die ganze Welt. Am kommenden Samstag, 13. August findet ab 15 Uhr am Goetheplatz der erste Münchner Schlampenmarsch statt.

Die Schlampen-Märsche waren ursprünglich die Reaktion auf die törichte Aussage eines kanadischen Polizisten. Am 24. Januar sagte Michael Sanguinetti von der Toronto Police bei einer Universitätsveranstaltung zum Thema Vergewaltigung: "Frauen sollten es vermeiden, sich wie Schlampen zu kleiden, um nicht vergewaltigt zu werden."

Die kanadische Frauenwelt reagierte empört und rief die Schlampen-Märsche ins Leben. "Wir tragen unsere Frustration auf die Straße", heißt es auf der offiziellen Webseite der Frauenbewegung, slutwalktoronto.com: "Wir haben es satt, wegen schlampenhaften Aussehens unterdrückt zu werden, anhand unserer Sexualität beurteilt zu werden und uns deswegen unsicher fühlen zu müssen."

Einen ersten Teilerfolg haben die Schlampen-Märsche auch schon verbucht: Michael Sanguinetti musste nach seiner Aussage an einer Fortbildung teilnehmen.

Die spektakulärsten Nackt-Demos

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Die Schlampenmärsche gehen dennoch weiter - jetzt auch in München. Organisiert werden sie von einer Dame namens Lorena Jaume-Palasi.

Bei dem Marsch geht es zwar einerseits um die Darstellung freizügiger Outfits. Doch es soll vor allem klargestellt werden, dass Vergewaltigungsopfer keine Mitschuld an einer Tat tragen, nur weil sie sich freizügig gekleidet hatten.

"Es ist eben nicht so, dass es bei einer Vergewaltigung immer die Frau im kurzen Rock gibt, die nachts durch einen dunklen Park läuft und von einem Mann angegriffen wird, der sich hinter einem Busch versteckt hat", sagte Jaume-Palasi laut SZ bei einer Podiumsdiskussion. "Da gibt es immer noch zu viele Mythen."

tz

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