Bericht der Hypo-Vereinsbank

Schulden bis in alle Ewigkeit: Münchens Immobilien immer teurer

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Die Immobilien-Übersicht Münchens.

Der Münchner Immobilienmarkt boomt unentwegt weiter. Laufzeiten von 30 Jahren sind keine Seltenheit mehr.

Der hauseigene Wohn­immobilienmarkts-Bericht der Hypo Vereinsbank (HVB) München hat beeindruckende Zahlen parat. Von einer „nie dagewesenen Boomphase“ ist da die Rede. Die allerwichtigste Erkenntnis: Die Nachfrage nach Wohnraum kennt nur eine Richtung – natürlich aufwärts. Kredite an private Immobilien-Interessenten zu vergeben, war wohl selten einfacher. Hört man Markus Gröbel reden, wirkt es so, als könne er sich die Anzahl und die Bonität seiner Kunden aussuchen. Gröbel ist der Regionalbereichsleiter für das Privatkundengeschäft der HVB.

Es herrscht außerdem ein eindeutiger Trend: sehr langfristige Kreditverträge. „Früher, noch bis vor zehn Jahren, lag die Laufzeit von Immobilienkrediten häufig bei maximal zehn Jahren“, sagt Gröbel, „heute vereinbaren wir oft Laufzeiten bis zu 30 Jahre.“ Gröbel glaubt zwar nicht daran, aber er schließt es auch nicht aus, dass sich künftig die Laufzeiten sogar noch weiter verlängern könnten, bei einem Zinssatz von etwa zwei Prozent. Die niedrige Leitzins-Phase lockt offenbar sehr viele Kunden in den Immobilienmarkt. Und das hat nachvollziehbare Gründe: die zu erwartende Rendite und der Mietzins.

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Zwei bis drei Prozent Wertgewinn pro Jahr

Auch die ausbleibenden Rendite-Perspektiven auf dem Finanzmarkt schieben die Münchner auf den Immobilienmarkt. Gröbels Rechenbeispiel: „Bei der zehnjährigen Staatsanleihe werden Ihnen derzeit 0,31 Prozent zugesichert. Eine Münchner Immobilie legt jährlich im Schnitt etwa zwei bis drei Prozent an Wert zu.“ In beliebten Lagen steigt der Wert deutlicher. Die Kaufpreise für Münchner Eigentumswohnungen lagen 2017 im Schnitt bei 7800 Euro je Quadratmeter: Das entspricht einer jährlichen Wertsteigerung von 5,4 Prozent – obwohl München im vergangenen Jahr 8340 neu gebaute Wohneinheiten verzeichnete und gleichzeitig Baurecht geschaffen hat für weitere 13 400 Wohneinheiten. Den größten Preiszuwachs verzeichnen Bestands- und Altbau-Immobilien: sagenhafte elf Prozent.

Wer Neubau kaufen möchte, macht das am besten in der Planungsphase. „Die meisten Objekte finden spätestens während der Bauphase einen Käufer“, sagt Gröbels Kollege Peter Ströhlein, Experte für gewerbliche Immobilienfinanzierung. Das bedeutet auch: ein ziemlich geringes Risiko für Investoren.

Die Bodenpreise legen übrigens noch deutlicher zu. Auch hier ähnliche Ursachen: steigende Nachfrage bei einer sinkenden Anzahl an Baugrund. Gröbels Kollege Thomas Sattler spricht von einer Preisexplosion. Er ist Experte für private Immobilienfinanzierung: „In München finden Sie fast keine Bau­flächen mehr. Die Preissteigerung liegt teilweise bei 30 Prozent. Im Schnitt kosten die Bauflächen 2400 Euro je Quadratmeter.“

Alle Lagen, alle Preise

Lage

sehr gut

gut

mittel

einfach

Miete/qm (Neuvermietung)

19,5-28 €

17-20 €

13,5-18 €

12,5-14,5 €

Kaufpreis/qm Wohnung, neu

8900 -14000 €

7300-9100 €

6500 - 8100 €

6100 - 6700 €

Kaufpreis/qm Wohnung, Bestand

7600 -9700 €

6400 - 7900 €

5400 - 6800 €

5100 - 5600 €

Kaufpreis Einfamilienhaus, ca. 140qm

1900-2500 €

1400 - 2200 €

1100 - 1500 €

kaum vorhanden

Kaufpreis Doppelhaushälfte, ca. 125 qm

1200-1450 €

1050 - 1250 €

890 - 1100 €

kaum vorhanden

Kaufpreis Reihenhaus, ca 115qm

1100-1200 €

930 - 1140 €

850 - 960 €

kaum vorhanden

Quelle: Wohnimmobilienmarkts-Bericht Hypovereinsbank

Sehen Sie hier im Video

München: So tappen Wohnungssuchende in die Betrugsfalle

Hüseyin Ince

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