Schuss durchs Fenster: Kugel galt dem Ex-Chef

München - Eine Gewehrkugel durchschlug die Fensterscheibe und verfehlte Thomas K. (45) aus Söcking bei Starnberg nur knapp. Nun muss sich der Zimmerer Wolfgang K. (50) vor dem Landgericht München II verantworten.

Ein Jahr nach der Tat, die als Mordanschlag verhandelt wird, beginnt nun der Prozess. Die Kugel hatte nicht Thomas K., sondern dessen Vermieter Johannes D. gegolten, gab der Angeklagte zu. Wolfgang K. hasste seinen Ex-Chef, der ihn bei der Schwarzarbeit für die Konkurrenz erwischt und deshalb gefeuert hatte.

Bewaffnet mit einem Kleinkalibergewehr und einer Spraydose, schlich der Zimmerer am 11. Februar 2011 zum Wohnhaus des Opfers in Söcking. Er sprühte „tot“ an die Wand, dann zielte er aus der Dunkelheit durchs Fenster. Als er jemanden im Flur sah, drückte Wolfgang K. ab. Er habe nicht gewusst, dass sich ein Mieter im Haus befunden habe, so der Angeklagte in einer Erklärung seines Verteidigers Peter Pospisil.  Der Angeklagte bestreitet außerdem jede Mordabsicht: „Ich wollte ihn nur erschrecken."

Wolfgang K. hatte laut Anklage schon länger seine Nachbarn terrorisiert. So nahm er schon mal das Auto von Johannes D. und einmal das seines Mieters Thomas B. unter Beschuss. Dabei richtete er zum Glück nur Sachsachaden an. Diese Taten gibt er zu. Vorgeworfen werden ihm auch zwei Brandstiftungen sowie ein Einbruch in ein Wochenendhaus. Dazu schweigt er. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

E. Unfried

Rubriklistenbild: © dpa

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