Freisinger Landstraße

Münchner kämpfen mit 6500 Unterschriften für Natur und gegen Bauvorhaben - „grob sittenwidrig“

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Walter Hofstetter (2. v. li.) und seine Mitstreiter

Für Wohnungen sollen idyllische Natur und eine Traditionswirtschaft weichen - jetzt soll die Sache vor Gericht gehen.

  • Auf einem ehemaligen Landschaftsschutzgebiet sollen 300 Wohnungen gebaut werden
  • Bürger kritisieren den Grundstücksverkauf an die Bayerische Hausbau
  • Sie fürchten durch den Bau auch einen Grundwasser-Anstieg

München - Bürger auf den Barrikaden: 6500 Freimanner appellieren mit ihren Unterschriften an Stadtbaurätin Elisabeth Merk, sich für den Erhalt des Naturidylls samt der Traditionswirtschaft Sakrisch Guat an der Freisinger Landstraße einzusetzen. Wie berichtet, will die Bayerische Hausbau auf dem früheren Grundstück der TS Jahn 300 Wohnungen errichten. Dem Sportverein werfen die Bürger vor, sich von dem Immobilienunternehmen über den Tisch ziehen haben zu lassen.

Die TS Jahn habe das Grundstück, das zwischen dem Emmerigweg und dem Aldi liegt, im April 2018 „in Geheimverhandlungen“ an die Bayerische Hausbau verkauft, so der Vorwurf. „Dieser Vertrag ist nach unserer Auffassung grob sittenwidrig“, schimpft Walter Hofstetter. Der Freimanner hat die Unterschriftensammlung mit Vertretern des Kulturvereins Mohr-Villa und des Vereins Rettet den Münchner Norden initiiert. 

Vorwurf an TS Jahn: Landschaftsschutzgebiet zum „Spottpreis“ verkauft

Das Grundstück sei zu einem „Spottpreis“ verkauft worden, da es zum Zeitpunkt des Verkaufs noch im Landschaftsschutzgebiet lag. Mittlerweile sei es auf Entscheidung des Stadtrats nicht mehr geschützt. „Hätte man diese Entscheidung abgewartet, hätte man mehr Geld gekriegt“, so Hofstetter. Die Turnerschaft will mit dem Erlös den Bau einer neuen Dreifachturnhalle in Bogenhausen finanzieren. Ob sie dann noch die Mittel hat, eine Sporthalle in Freimann zu bauen, wie angekündigt, bezweifelt Hofstetter. 

Weiters hat der geplante Eingriff „in unberührte Natur“ aus Sicht der Unterzeichner dramatische Folgen: Das Sakrisch Guat könnte bereits im Januar abgerissen werden! Am 16. Dezember soll die Sache vor Gericht gehen. Zudem befürchten Anwohner durch die Tiefgarage einen Anstieg des Grundwassers. Die Hoffnung der Bürger ruht nun darauf, „dass die Stadtbaurätin vermittelnd eingreift und einen bürgernahen Bebauungsplan ausarbeitet“. Die TS Jahn wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. 

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In einem Freimann rumort es gerade gewaltig. Bürger fordern einen neuen Stadtteil - sie wollen raus aus Schwabing. Was steckt eigentlich dahinter?

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