Gerichtsprozess

Schwunghafter Handel mit Mucki-Mitteln

München - Fünf Männer haben am Donnerstag vor dem Landgericht einen schwunghaften Handel mit Anabolika zugegeben. Den Angeklagten wird der gewerbsmäßige Vertrieb zu Dopingzwecken im Sport vorgeworfen.

Die Strafkammer stellte den 21 bis 28 Jahre alten Männern nach einem Gespräch zwischen den Beteiligten Strafen von zwei Jahren mit Bewährung bis zu vier Jahren für die beiden Drahtzieher in Aussicht.

Laut Anklage hatten die zwei Hauptangeklagten den Handel mit den Muskelaufbaupräparaten von Berlin aus aufgebaut. Sie stellten die Anabolika in einem Untergrundlabor selber her; die Rohstoffe bezogen sie überwiegend aus China und teilweise aus Pakistan. Die Präparate wurden an Packstationen unter anderem in München und Kempten gesandt, wo die Mitangeklagten die Sendungen übernahmen und gegen Bargeld an Abnehmer aus dem Bodybuilding-Bereich in Deutschland verkauften.

Die Münchner Anklagebehörde, Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Doping-Delikte in Bayern, konnte mehrere Hundert Lieferungen nachvollziehen, wobei die einzelnen Weiterverkäufe einen Umfang von bis zu knapp 2500 Euro hatten. Eine umfangreiche Telefonüberwachung nach einem Insidertipp führte Ende Januar 2013 zur Festnahme von vier Angeklagten, der fünfte ging den Fahndern im Juli 2013 ins Netz. Einer packte so umfassend aus, dass er nun in den Genuss der „Kronzeugenregelung“ des Betäubungsmittelgesetzes kommt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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