Das kostet die Betreuung

So ungerecht ist das! Der Irrsinn um die Kita-Gebühren in München

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Oftmals sind die Preise in Kindertagesstätten vollkommen unterschiedlich.

Die Gebühren für Kindertagesstätte sind nicht immer gleich. Das macht vor allem die Eltern wütend. Wie sieht‘s damit in München aus?

München - Es kann schon gemein sein, wenn’s um die Gemeinde geht… Wir reden von der Kinderbetreuung in München und im Umland. Wir reden davon, dass die Eltern für Krippen- und Kindergartenplätze höchst unterschiedliche Preise bezahlen müssen – abhängig vom jeweiligen Ort. Monatlich kann es da um mehrere hundert Euro Unterschied gehen. 

Richtig gut geht’s Familien in Unterföhring. Die schwerreiche Gemeinde im Norden der Stadt bietet Kinderbetreuung zum Nulltarif. Ein Service, den Eltern sehr zu schätzen wissen. „Wir sparen uns einen Haufen Geld“, sagt Anna Schumacher (35), die mit ihrem Mann Timo (39) und ihren vier Kindern Sara (10), Lisa (8), Nino (5) und Kira (2) in Unterföhring lebt. „Wir sind total dankbar.“

Die Schumachers spüren den Unterschied jeden Monat im Geldbeutel. Früher haben sie in Moosach gewohnt – und rund 200 Euro für den Kindergarten sowie 800 Euro für die Krippe ausgegeben. Nun müssen sie lediglich fürs Essen von Nino und Kira in Krippe und Kindergarten aufkommen, etwa 50 Euro pro Kind und Monat. „Vergleichsweise nichts“, sagt die Mutter.

Der Betreuungs-Atlas für Stadt & Umland – von 0 bis 347 Euro

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Auch in Ismaning ist die Betreuung vergleichsweise günstig. 160 Euro monatlich kostet sie in der Krippe für täglich vier Stunden, 45 Euro sind es für vier bis fünf Stunden Kindergarten. Hinzu kommen monatlich 45 Euro pro Kind fürs Essen. Damit können die Zeidlers gut leben. „Wir fühlen uns sehr gut aufgehoben“, sagt Tanja Zeidler (27). Ismaning sei in puncto Kinderbetreuung „unkompliziert und gut“. Für Paula (4) und Xaver (3) fanden sie und Ehemann Franz (29) sofort einen Platz. Zunächst war Tanja Zeidler daheim geblieben und hatte sich um den Nachwuchs gekümmert, dann wollte die zahnmedizinische Verwaltungsfachangestellte aber gern wieder arbeiten. „Wir haben gerechnet, ob sich die Betreuung in der Kita lohnt“, sagt sie. Sie rechnete sich bei den relativ geringen Gebühren, die nun sogar ihr Arbeitgeber übernimmt. Fazit: „Die hohen Mieten mal ausgenommen, kann man hier sehr gut leben.“

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Zu hohen Mieten gesellen sich mancherorts hohe Betreuungskosten. In Hohenbrunn beispielsweise. Die Gemeinde ist in Sachen Kita-Gebühren Spitzenreiter im Landkreis: 347 Euro kostet die Krippe für vier Stunden täglich, 144 Euro der Kindergarten. „Wir haben die vergangenen Jahre die Gebühren relativ viel erhöht“, gibt Thomas Wien, Geschäftsleiter der Gemeinde, zu. Er erklärt die hohen Preise mit einer „sehr guten Qualität der Kitas“ und einer eigenen Fachstelle für die Kinderbetreuung im Rathaus. Allein diese koste mit drei Mitarbeitern 150 000 Euro pro Jahr, hinzu seien auch noch „erhebliche Tariferhöhungen“ für die Erzieher gekommen.

Das kostet die Betreuung in München

Nimmt man die vierstündige Buchungszeit als Vergleichsgröße, dann liegt München bei den Kita-Kosten im Gebühren-Mittelfeld: 187 Euro kostet die tägliche Betreuung eines Kindes für vier Stunden in einer städtischen Krippe – und all jenen freien und kirchlichen Einrichtungen, die von der Stadt gefördert werden und somit nach der Gebührenordnung der Stadt arbeiten. Der Höchstsatz für die über neunstündige Betreuung an fünf Tagen pro Woche in der Krippe beträgt 421 Euro.

Der Besuch von städtischen und von der Stadt geförderten Kindergärten kostet in München für vier Stunden täglich 76 Euro, mehr als neun Stunden Betreuung pro Tag kosten 202 Euro. Für das dritte Kindergartenjahr, also für Kinder, die im darauffolgenden Schuljahr schulpflichtig werden, gibt es überall in Bayern einen Zuschuss von 100 Euro vom Freistaat. Freilich kann von Vollversorgung in München nicht gesprochen werden, weshalb viele Eltern auch auf wesentlich teurere private Kitas zurückgreifen müssen. Ein Vollzeitplatz kostet hier für unter Dreijährige schon mal 1400 Euro im Monat.

Gebührenermäßigungen gewährt die Landeshauptstadt Geschwisterkindern sowie Eltern, deren Einkünfte zusammen pro Jahr weniger als 60 000 Euro betragen. Eltern, die zusammen weniger als 15 000 Euro Jahreseinkommen haben, zahlen für Betreuungsplätze gar nichts. Bei einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro reduziert sich die Krippengebühr für den Vier-Stunden-Platz von 187 auf 52 Euro, die Kindergartenkosten betragen anstatt von 76 Euro nur 32 Euro.

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jt

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