Aktion #runtervomradweg

Die dreistesten Falschparker Münchens - und was ihnen nun blüht

Radfahren in München wird immer gefährlicher - nicht nur durch Unfälle, sondern auch durch rücksichtslose Autofahrer, die auf Radwegen parken. Eine Münchnerin möchte nun darauf aufmerksam machen. 

München - Radfahren in München wird immer gefährlicher. Dies zeigte nicht zuletzt der Unfall in der Au. Ein Lkw-Fahrer hatte die 51-jährige Münchner Schauspielerin Silvia Andersen beim Abbiegen mit dem Fahrrad übersehen und tödlich verletzt. Die Polizei nimmt nun diesen tragischen Unfall zum Anlass, um vor Ort über die Gefahren im Straßenverkehr aufzuklären.

Doch es muss nicht immer ein Unfall sein, der Radfahren gefährlich macht. Auf Fahrradwegen parkende Autos werden zunehmend zum Problem. Nicht nur plötzlich geöffnete Autotüren werden so zur Gefahr, sondern auch das Ausweichen an sich - beispielsweise auf angrenzende Gehwege oder viel befahrene Straßen. 

Die Münchnerin Sandra Johannson hat es sich zur Mission gemacht, unter dem Hashtag #runtervomradweg auf Twitter von Falschparkern blockierte Radwege zu dokumentieren. Ihr Vorbild: Ein einzelner Aktivist, der unter dem Namen @Poliauwei auf Twitter Parksünder auf Berlins Radwegen dokumentiert. Er konnte bereits eine Sonderaktion von der Polizei Berlin erkämpfen, bei der seit Anfang des Jahres verstärkt Falschparker von Radwegen abgeschleppt werden. „Da ist mir klar geworden: Dieses Problem besteht wirklich“, erklärt Johannson. 

Hinzu kommt, dass sie selbst jeden Morgen sechs Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und regelmäßig die Gefahren durch Falschparker am eigenen Leib erlebt. Dabei begegnet sie meist bis zu drei Falschparkern am Tag. Darauf angesprochen reagieren viele Autofahrer jedoch mit Unverständnis. Sie empfinden das Falschparken eher als Kavaliersdelikt, denn sie „stehen ja nur kurz da“.

„Möchte mal Autofahrer sehen, wenn ich mein Rad mitten auf die Straße stelle“

Sandra Johannson und ihr Berliner Vorbild sind mit ihrer Aktion nicht allein. Deutschlandweit dokumentieren Privatpersonen Parksünder auf Radwegen - beispielsweise in Worms und Osnabrück. In Köln gab es sogar bereits einen sogenannten Anzeigen-Flashmob, bei dem 15 Aktivisten insgesamt 32 Ordnungswidrigkeiten an einem Tag anzeigten. Auch in Hamburg kommt es vermehrt zu Anzeigen durch engagierte Privatpersonen - so wurden im vergangenen Jahr 15.658 Parksünder registriert und damit rund 2000 mehr als im Vorjahr.

Sandra Johannsons Aktion in München steckt noch in den Kinderschuhen, doch ihre Anhängerschaft und das Feedback wachsen stetig. „Ich möchte mal die Autofahrer sehen, wenn ich mein Rad mitten auf die Straße stelle und sage, dass ich nur kurz hier stehe“, fasst sie ihren Unmut zusammen.

Wir haben die größten Park-Fails zusammengestellt - vielleicht überlegt sich der ein oder andere Autofahrer in München beim nächsten Parken dann zweimal, wo er seinen Wagen abstellt.

Wenn man längs nicht in die Parklücke passt, dann eben quer - notfalls auch auf dem Radweg...

Auch diverse Paketdienste trennen noch nicht zwischen Straße und Radweg.

Dieser Autofahrer dürfte sich gedacht haben:“Doppelt hält besser“, und blockiert deshalb sowohl Rad- als auch Gehweg.

Charlotte Braatz

Rubriklistenbild: © Screenshot

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