Druck in München ist hoch

SPD will Förderung erhöhen: Mehr Geld fürs Programmkino

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Klein, aber fein: Die SPD-Stadträte Klaus Peter Rupp, Julia Schönfeld-Knor, Kathrin Abele und Christian Vorländer (v.li.) im „Neuen Maxim“.

Kleine Lichtspielhäuser wie das Neue Maxim sind auf Fördergelder angewiesen, um sich in teuren Städten wie München halten zu können. Die Rathaus-SPD will die sogenannten Programmkinos nun stärker fördern. Das Kulturreferat findet diese Idee gut.

München - Abseits des Film-Mainstreams schätzen Münchner ihre Programmkinos wie das Neue Maxim an der Landshuter Allee. In solchen Häusern laufen meist kleinere Filmproduktionen oder Nischenfilme wie „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ mit Bruno Ganz oder „The Party“ mit Kristin Scott Thomas. Nun hat die SPD im Rathaus das Kulturreferat aufgefordert, die Kinoprogrammpreise besser zu dotieren. Diese vergibt das Kulturreferat der Stadt an Lichtspielhäuser, die nachweislich zur programmatischen Vielfalt beitragen. „Die Preise unterstützen hiesige Filmtheater dabei, eine selbstbewusste Programmauswahl zu zeigen sowie technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben“, sagt SPD-Stadtrat Klaus Peter Rupp.

Die Zahl der Kinos sinkt 

Trotz solcher Preise sinkt die Zahl der Kinos in der Landeshauptstadt seit Jahrzehnten: 1959 waren es noch 130. Heute sind es knapp 30. Zuletzt mussten einige kleinere Kinos wie das Casino oder das Eldorado schließen.

Ein positiver Aspekt für alle Fans des Arthouse-Films: Fast die Hälfte dieser 30 Häuser zählen als Programmkinos. Die besten Überlebenschancen haben langfristig dennoch Kino-Riesen wie das Mathäser, die Menschenmassen anziehen und nicht darauf angewiesen sind, 30 bis 100 Plätze in zwei Sälen zu besetzen.

„In einer Stadt wie München ist der finanzielle Druck durch die Platzmiete enorm“, sagt Julia Schönfeld-Knor, stellvertretende kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Neugründungen wie das Neue Maxim sind selten. Wir wollen mit unserer Anregung das Programmkino in den Stadtvierteln sichern und zu Neueröffnungen motivieren“, sagt sie. Das Kulturreferat soll hierzu nun Vorschläge erarbeiten, wie diese Kinos noch stärker bezuschusst werden können.

Subventionen sollen erhöht werden

Derzeit stellt das Kulturreferat jährlich eine Fördersumme von sechs Mal 5000 Euro bereit, um die Kino-Programmvielfalt zu unterstützen. Zusätzlich ist es möglich, eine technische Förderung zu beantragen, in Höhe von 10.000 Euro. Auch das Neue Maxim erhielt diese wichtige Subvention. „Den Zuschuss für die Vielfalt des Programms können wir noch gar nicht beantragen“, sagt Beate Muschler, eine der Betreiberinnen des Neuen Maxim. „Dafür sind wir erst nach einem Jahr berechtigt.“

Lesen Sie hier: Vorhang auf im Neuen Maxim

Muschler und ihre drei Mitstreiter sind ein gutes Beispiel. Sie haben einen enormen finanziellen Aufwand geleistet, um das 105 Jahre alte Traditionskino zu erhalten. Sie investierten eine hohe sechsstellige Summe, um das Gebäude zu restaurieren und die Technik zu modernisieren. „Ohne städtische Fördermittel sowie Bundes- und Landeszuschüsse wäre das sicher nicht möglich gewesen“, sagt Anne Harder, die Geschäftsführerin des kleinen Kinos. Allein die digitale Projektionstechnik habe 100.000 Euro gekostet. „Da sind die Preise der Sessel noch lange nicht dabei. Die sind zwar gebraucht, kosteten aber trotzdem 500 Euro pro Stück. Ungünstigerweise werden gebrauchte Gegenstände nie voll bezuschusst“, sagt Harder.

Dass auch solche Kosten künftig stärker subventioniert werden, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn das Kulturreferat zeigt sich offen für die Anregung der Stadtrats-SPD. „Es ist eine gute Idee, die Preise zu erhöhen. Wir werden einen entsprechenden Stadtratsbeschluss für den Herbst vorbereiten“, sagte Anton Biebl, Stadtdirektor im Kulturreferat, gestern.

Hüseyin Ince

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