Neues Bauprogramm 

Stadt München gibt Milliarden für Schulen, Sport und Kitas

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Der Bildungscampus in Freiham ist heuer in Betrieb gegangen.

Rund 2,8 Milliarden Euro investiert die Stadt in den Ausbau von Schulen, Kindertages- und Sportstätten. Bei den Bildungseinrichtungen sollen zudem in einem Pilotversuch die Parkplätze um die Hälfte reduziert werden. Dafür wird es mehr Stellflächen für Fahrräder geben.

München wächst immer weiter. Die Bevölkerungszahl steigt seit 2010 jährlich um 20 000 Menschen. Das sind pro Jahr ungefähr so viele Menschen, wie im Bezirk Altstadt-Lehel wohnen. Und im Zehn-Jahres-Vergleich wächst München sogar um die Einwohnerzahl der nordhessischen Großstadt Kassel. Das Wachstum ist aber nicht nur dem Zuzug geschuldet, wie Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) betont. Hinzu komme auch, dass in der Landeshauptstadt jährlich mehr Menschen geboren werden, als sterben. Um dem Einwohnerwachstum Herr zu werden, investiert die Stadt nicht nur in Wohnungen und den Ausbau des ÖPNV, sondern auch in die übrige Infrastruktur.

Strobl hat gestern mit Stadtschulrätin Beatrix Zurek (SPD) das dritte Schulbauprogramm vorgestellt. Rund 2,8 Milliarden Euro fließen in den kommenden Jahren in den Ausbau von Schulen, Kindertages- und Sportstätten. Der Stadtrat soll am Dienstag und Mittwoch zustimmen. Das dritte Schul- und Kitabauprogramm umfasst 30 Projekte, sein vorläufiges Finanzvolumen ist auf 2,530 Milliarden Euro kalkuliert.

Hinzu kommen rund 188 Millionen Euro für 27 neue oder erweiterte Kitas und 38 Millionen Euro für vier Sportanlagen sowie zwei Sonderbauprojekte, bei denen Vereine als Bauherr auftreten. Insgesamt sollen bis in die Jahre 2024 bis 2027 so 12 815 zusätzliche Schulplätze für Kinder und Jugendliche und 2542 weitere Kitaplätze entstehen. Die im Programm enthaltenen Baumaßnahmen betreffen alle Schularten – von der Grundschule bis zur beruflichen Schule.

Mit allen drei Schulbauprogrammen sind nun die Sanierungs- oder Erweiterungsbedarfe für rund 80 Prozent der Münchner Schulen abgedeckt. Insgesamt entstehen durch die drei Bauprogramme 40 510 zusätzliche Schulplätze, 179 Kitagruppen, 179 Sporthalleneinheiten und zehn Schwimmhallen. Der Stadtrat hat dafür seit dem Jahr 2016 insgesamt einen Kostenrahmen von 6,579 Milliarden Euro bewilligt. Zum Vergleich: Der gesamte Haushalt der Landeshauptstadt hat im Jahr 2019 ein Volumen von ungefähr 7,5 Milliarden Euro.

„Ich bin froh, dass die Stadt das in der Form stemmt“, sagt Strobl. Das Bauprogramm sei auf alle Fälle einmalig in der Bundesrepublik. „Vermutlich auch europaweit.“ Neu ist, dass es beim dritten Schulbauprogramm eine zweijährige Pilotphase für ein neues Stellplatzkonzept geben soll. Die Idee dahinter ist, die Stellplätze pro Neubau um die Hälfte zu reduzieren. Bislang musste pro Klassenzimmer ein Parkplatz nachgewiesen werden, nun soll es ein Stellplatz für jeweils zwei Klassenzimmer sein. Dafür steigt die Zahl der Fahrradabstellplätze. Statt bisher zehn pro Klassenzimmer sollen künftig 15 zur Verfügung stehen. Zu dem Thema hatte es zuletzt mehrere Anträge gegeben, etwa von den Grünen. Die hatten gefordert, dass die Lehrerparkplätze überbaut werden sollten. Grundsätzlich seien solche Ansinnen löblich, findet Strobl. „In machen Fällen geht es wegen der Statik vielleicht nicht“, sagt die Bürgermeisterin. „Aber wir werden es in jedem Einzelfall prüfen.“

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