Fördermaßnahmen sollen verlängert werden

Stadt plant weitere Millionen für die Integration

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Flüchtlinge in Sprachlernklasse

Stadt setzt Projekte und Maßnahmen für Geflüchtete fort – obwohl die meisten Asylbewerber offiziell geringe Bleibechancen haben. 

München - Die Stadt will ihre Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge fortsetzen – so hat es der Sozialausschuss nun vorentschieden. Mehrere Projekte sollen um weitere drei Jahre verlängert werden, was die Stadt bis einschließlich 2020 insgesamt rund fünf Millionen Euro kosten wird.

In Münchens Unterkünften lebten Ende Dezember rund 8470 Geflüchtete. Davon sind 72 Prozent im schulpflichtigen oder erwerbsfähigen Alter. Hinzu kommen rund 2200 unbegleitete Minderjährige und junge Erwachsene, die vom Jugendamt betreut werden.

Wer aus den „Top 5“-Herkunftsländern mit sehr hoher Bleibeperspektive kommt – Syrien, Irak, Iran, Eritrea und Somalia –, hat Zugang zu allen Leistungen des Bundes wie Integrationskursen und Qualifizierungsmaßnahmen. Rund 65 Prozent der in München lebenden Asylbewerber stammen jedoch aus anderen Ländern: vor allem Afghanistan (etwa 2200) und Nigeria (etwa 1400). Sie erhalten keine oder sehr eingeschränkte staatliche Förderungen. 

Münchens Sozialreferentin Dorothee Schiwy.

Welche Nationalitäten zugewiesen werden, ist abhängig von staatlichen Verteilschlüsseln. Position der Stadt sei jedoch, Geflüchtete schnell und nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren, schreibt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) im Beschluss – weil die meisten trotz schnellerer Asylverfahren und konsequenterer Abschiebungspraxis mehrere Jahre hier verbrächten. 2016 weise der Bund eine Gesamtschutzquote von 62,4 Prozent aus – demnach blieben die meisten Geflüchteten offensichtlich auf Dauer hier. Die wertvolle Zeit bis zum endgültigen Asyl-Entscheid solle nicht mit Abwarten vergeudet werden.

Darum will die Stadt ihre selbst finanzierte Deutschförderung, die Berufsintegrationsklassen und schulanaloge Angebote weiterführen – etwa das Projekt „FlüB&S“. Dieses bereitet geflüchtete Jugendliche, die keine Regelschule besuchen können, auf eine Ausbildung vor. Zudem wird das Projekt „Mona Lea“ entfristet: Hier erhalten sozial benachteiligte Migrantinnen Qualifizierungen und Deutschunterricht, um ihnen zu helfen, eine Beschäftigung aufzunehmen. „Mona Lea“ bietet zudem eine Kinderbetreuung an, um auch Mütter anzusprechen. Laut Schiwy schaffen 70 von 100 Frauen den Sprung in Ausbildung und Arbeit.

Weiter finanziert werden unter anderem auch die Projekte „SchlaUzubi“ und „Schule für alle“ sowie die Einrichtungen In Via und Refugio.

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