Hausbesitzer geben auf

Streit um niedrige Mieten in München beigelegt

München - Ein Rechtsstreit um angeblich zu maßvolle Mieten in München ist beigelegt. Die Käufer eines Mietshauses mit vergleichsweise günstigen Mieten zogen ihre Berufung zurück.

Ein skurriler Rechtsstreit um angeblich zu maßvolle Mieten in München ist beigelegt. Die Käufer eines Mietshauses mit vergleichsweise günstigen Mieten zogen ihre Berufung zurück, wie das Oberlandesgericht München am Dienstag mitteilte (AZ: 21 U 3022/13). Sie hatten den Verwalter verklagt und ihm vorgeworfen, gesetzlich zulässige Mieterhöhungen für die 19 Wohnungen und zwei Geschäfte pflichtwidrig nicht ausgeschöpft zu haben. Die neuen Besitzer wollten Schadenersatz in sechsstelliger Höhe. In erster Instanz war ihre Klage abgewiesen worden.

Die Kläger wollten in dem Verfahren Auskunft und Herausgabe sämtlicher Unterlagen erreichen. Sie peilten Schadenersatz von gut 346 000 Euro an.

Beim Verkauf des Hauses 2012 lag der Mietpreis bei unter zehn Euro pro Quadratmeter - in einer Gegend, in der viele das Doppelte zahlen. Das Haus wurde seit 1980 von der selben Gesellschaft verwaltet, es gehörte seit dem Tod der ursprünglichen Eigentümer deren Nachkommen.

Einer von ihnen wurde in der mündlichen Verhandlung vor gut einer Woche als Zeuge gehört. Dabei stellte der Düsseldorfer Geschäftsmann ausdrücklich klar, dass ihm solide Dauermieter lieber gewesen seien als die Ausschöpfung der gesetzlich zulässigen Höchstmiete. Ihm und seinen Miteigentümern sei es darum gegangen, eine „konstante, solide Mieterschaft“ zu haben und „die Kosten in Grenzen zu halten“. Größere Investitionen in dem jahrzehntealten Objekt „wollten wir vermeiden“.

Mit der Hausverwaltung sei er zufrieden gewesen. Er wurde informiert über das Freiwerden von Wohnungen und über ins Auge gefasste neue Mieter. Reagiert habe er darauf nicht. Er hatte bei Abschluss des Kaufvertrags etwaige Ansprüche gegen die Hausverwaltung an die Käufer abgetreten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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