Opfer in psychologischer Behandlung

Nase abgeschnitten: Angeklagter leugnet Tat

München - Vor sieben Jahren soll er einen Taxifahrer überfallen und ihm teilweise die Nase abgetrennt haben. Im Prozess leugnet der Angeklagte (35) die Tat - trotz erdrückender Beweise.

Gut sieben Jahre nach dem brutalen Überfall auf einen Taxifahrer in München hat ein Angeklagter vor Gericht die Tat bestritten. Der 35-Jährige soll den Taxifahrer ausgeraubt und ihm die Nase teilweise abgeschnitten haben. Er sei aber zur Tatzeit in seiner türkischen Heimat gewesen, sagte der Koch am Mittwoch zum Auftakt des Prozesses wegen schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Münchner Landgericht. Gegen den Mann sprechen vor allem eine DNA-Spur im Taxi und eine Narbe am Unterarm, wo das Opfer den Täter gebissen hat.

Der Taxifahrer hatte am 19. Mai 2006 am Münchner Flughafen einen Mann aufgenommen, der ihn zu einer Straße in der Innenstadt dirigierte, ihm dort ein Teppichmesser an den Hals hielt und die Fahrergeldtasche forderte. Mit den darin enthaltenen etwa 300 Euro gab sich der Räuber nicht zufrieden, er griff dem Opfer in die Gesäßtasche und entnahm dieser noch einmal dieselbe Summe. Dann hielt der Räuber dem 58-Jährigen Mund und Nase zu, bei dem anschließenden Handgemenge trennte er ihm einen Teil der Nase ab, bevor er flüchtete.

Ein Helfer brachte den Taxifahrer in die Klinik, wo die Nase wieder angenäht wurde. In der Folge musste er noch mehrmals operiert werden, jahrelang war er in psychologischer Behandlung. Seinen Beruf habe er neun Monate nicht ausüben können, sagte der 58-Jährige. Der Prozess dauert an.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
So ehrt München den „roten Schorsch“
So ehrt München den „roten Schorsch“

Kommentare