Vermisste Malina: Leichenspürhund auf Boot schlägt an

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Theater geht auf Reise

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Josef Köpplinger

München - Zwei bis drei Spielzeiten Wanderschaft – das ist das Los des neuen Gärtnerplatz-Intendanten Josef E. Köpplinger, dessen Haus – jeder weiß es, das Land meckert, aber es muss sein – jetzt für 70 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht wird.

Der Neue hat am Freitag seine junge Mannschaft vorgestellt und seinen weit gefächerten Spielplan präsentiert.

Definitionsprobleme, was denn sein Haus sein solle, welche Linie er verfolge, wischt er weg. Oper, Operette, Musical, Kinderstück, Uraufführung und viele Konzerte – warum sollte das nicht alles Platz haben in dieser „Münchner Volksoper“? Auch wenn das Programm (203 Abende trotz der Heimatlosigkeit) an sechs über die Stadt verstreuten Spielorten stattfindet. Dreimal kooperiert man mit dem Deutschen Theater (noch im Fröttmaninger Zelt), spielt im Cuvilliés-, im Prinzregententheater, in der Alten Kongresshalle, in der Reithalle, im Stadtmuseum (Konzerte) und die Einführungen sind im Akademietheater. Das Publikum wird dringend gebeten, sich auf die Wanderschaft einzulassen und das Fremdeln vor ungewohnten Räumen niederzukämpfen. Wenn die Aufführungen den Elan Köpplingers und seines Chefdirigenten Marco Comin umsetzen können, dürfte es sich lohnen. Neugier besteht: Noch nie war eine Pressekonferenz so dicht besucht wie diesmal.

Es wird in der heimatlosen Zeit einen En-suite-Spielplan geben und kein festes Ensemble. Neben vielen neuen Leuten, sehr oft Gäste aus Österreich, fallen große Namen auf: Maximilian Schell wird den Kaiser im Weißen Rössl spielen, Michael von Au unter anderem den schönen Sigismund. Julia Stemberger spricht Honeggers Johanna auf dem Scheiterhaufen, Publikumsliebling Gisela Ehrensperger kehrt für Cabaret und Bettelstudent zurück. Der neue Ballettchef Karl Alfred Schreiner stellt sich mit Tschaikowskis Dornröschen vor und – endlich! – lässt ein Münchner Haus mal Brigitte Fassbaender ran: Sie inszeniert im Oktober Don Pasquale.

Köpplinger will als Theaterleiter dem Emanuel Schikaneder nacheifern – kein schlechtes Vorbild.

Beate Kayser

Die Premieren 2012/13

11.10.2012: Im weißen Rössl (Fröttmaning)

25. 10.: Donizetti Don Pasquale, (Cuvilliéstheater)

30.11.: Das Dschungelbuch, (Fröttmaning)

12.12.: Arthur Honegger Johanna auf dem Scheiterhaufen, (Alte Kongresshalle)

26.1.2013: Tschaikowsky Dornröschen, (Reithalle)

21.2.: Musical Cabaret, (Reithalle)

28.2.: Musical Anything goes, (Fröttmaning)

12.4.: Millöcker Der Bettelstudent, (Prinzregententheater)

1.6.: Uraufführung Friedrich Cerha Der Präsident (Prinzregententheater)

6.7.: Ballett memento mori, (Reithalle)

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