Verhandlung abgesagt

Ex-Tierpark-Chef Wiesner muss doch nicht vor Gericht

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Henning Wiesner mit Betäubungsblasrohr. Für diese Methode der Tier-Narkotisierung war er bekannt.

München - Der Tierpark Hellabrunn will seinem langjährigen Chef an die Rente. Deswegen sollte ein Gerichtstermin stattfinden. Doch der kam nun nicht zustande.

Der Streit um das Ruhegehalt des früheren Tierpark-Chefs Henning Wiesner wird nun doch nicht öffentlich ausgetragen. Der angesetzte Verhandlungstermin vor dem Landgericht München II ist abgesagt worden. Die Parteien, so hieß es, wollten sich nun doch außergerichtlich einigen.

Wie berichtet hatte der Tierpark auf Auskunft über Wiesners Einkünfte seit seinem Ausscheiden aus Hellabrunn geklagt. Der Hintergrund: Wiesner, der von 1980 bis 2009 als zoologischer Direktor an der Spitze des Münchner Tierparks stand, bezog ein sogenanntes Direktorengehalt, dessen Konditionen auch ein Ruhegehalt einschlossen. Allerdings regeln Klauseln im Vertrag, wie viel Wiesner im Ruhestand dazuverdienen darf. Wird die Höchstgrenze überschritten, dann kann das Ruhegehalt entsprechend gekürzt werden.

Wiesner wollte Einkünfte mit Steuerbescheiden nachweisen

Offenbar war man bei der Stadt angesichts der vielfältigen Aktivitäten des 70-Jährigen zu der Ansicht gelangt, Wiesner verdiene mehr als in den Vertragsklauseln erlaubt und müsse sich einen Teil dieser Einkünfte auf das Ruhegehalt anrechnen lassen. Nach Aussage von Wiesners Anwalt Wolfram Döbereiner trifft dies jedoch nicht zu. Man sei bereit gewesen, dies mit Steuerbescheiden zu belegen.

Von wem ging das Verfahren aus?

Unklar ist, auf wessen Betreiben das Verfahren zustande kam. Dass als Kläger der Tierpark auftritt, kann formaljuristische Gründe haben. Möglich ist auch, dass die Auseinandersetzung im Aufsichtsrat ihren Ursprung hat, dem auch Stadträte angehören. Denn Auseinandersetzungen mit dem Aufsichtsrat hatte Henning Wiesner in seiner Amtszeit nie gescheut, wenn es darum ging, das durchzusetzen, was er aus fachlicher Sicht für geboten hielt. Nicht auszuschließen, dass hier auch eine alte Rechnung beglichen werden sollte.

Mit Hinweis auf das laufende Verfahren hüllen sich die Gremien jedoch in Schweigen. Nur soviel war zu erfahren: Das Verfahren sei „ein Punkt auf der Tagesordnung“ des Aufsichtsrats gewesen. Aus dem Tierpark selbst war gestern kein Kommentar zur plötzlichen Wende in dem Rechtsstreit zu erhalten, Man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren, hieß es.

Peter T. Schmidt

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