Pünktlich zu Ostern

Hellabrunn: Menschenaffen bekommen mehr Auslauf

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Schimpansen-Gruppe in Hellabrunn.

München - Pünktlich zu den Osterferien sind im Tierpark Hellabrunn die komplett umgebauten Außenanlagen sowie die neu gestalteten Anlagen im Urwaldhaus eröffnet worden.

Tierparkdirektor Rasem Baban und Bürgermeisterin Christine Strobl.

„Ist der Bau auch gut gelungen, verträgt er doch Veränderungen“, mit diesem beliebten Architekten-Sprichwort eröffnete Tierpark-Direktor Rasem Baban, seines Zeichens selbst Architekt, am Freitag das umgebaute Urwaldhaus im Tierpark Hellabrunn.

Und Veränderungen gibt es so einige im und an dem Menschenaffen-Bau: Die Außengehege der Gorillas und Schimpansen wurden komplett umgebaut und auch der Innenbereich wurde neu gestaltet.

Denn das ursprünglich 2001 eröffnete Urwaldhaus war in die Jahre gekommen – eine Modernisierung stand an. Noch artgerechter und natürlicher sollte es werden und den modernsten Standards entsprechen. Draußen wurden unter anderem die Wassergräben um die Außengehege entfernt. Die waren in der Vergangenheit in die Schlagzeilen geraten, als zwei Schimpansen in den Gräben zu Tode kamen.

Statt den Wasserläufen trennen deshalb jetzt Glasscheiben rund um die Außengehege Mensch und Tier. Durch den Wegfall der Wassergräben gibt es jetzt auch mehr Platz für die Primaten. Das wird insbesondere die Gorillas freuen. Denn die bekommen bald Verstärkung aus dem Schwabenland: Die dreijährigen Gorillamännchen Tano und Okanda werden im April aus der Stuttgarter Wilhelma in den Tierpark Hellabrunn umziehen.

Die erste Inspektion der Außenanlage durch die Affen selbst steht allerdings noch aus: Denen war es am Freitag einfach zu kalt, um ihr neues Außengehege unter die Lupe zu nehmen.

Auch im Innenbereich wollte der Tierpark Hellabrunn ein natürlicheres Ambiente schaffen. Vorher sei das Urwaldhaus „zu steril“ gewesen, sagte Zoo-Direktor Rasem Baban. Statt Glas und Beton gibt es jetzt

Gorilladame Sonja.

Naturfelsen und Kletterbäume im Hellabrunner Affenhaus. Vom Umbau würden Besucher und Bewohner des Zoos gleichermaßen profitieren, findet Baban: „Der Besucher hat jetzt das Gefühl bei den Tieren zu sein und nicht vor den Tieren. Und für die Affen gibt es noch bessere Versteck- und Klettermöglichkeiten.“

Zur Eröffnung war auch Bürgermeisterin und Tierpark-Aufsichtsrätin Christine Strobl (SPD) gekommen. Die lobte vor allem die neue interaktive Forscherstation auf dem Gelände des Urwaldhauses, die den jungen Tierpark-Besuchern spielerisch die Welt der Menschenaffen näher bringen soll: „Hier hat man sehr gut Spaß mit Lernen verbunden“, sagte sie in ihrer Eröffnungsrede.

Dass trotz dieses Aufwandes der gesamte Umbau in nur drei Monaten komplett über die Bühne ging, freute den Tierpark-Direktor Baban sichtlich. Denn auch hier zeigten sich die Anknüpfungspunkte zwischen seiner Architektenlaufbahn und der neuen Karriere als Tierparkchef: „Das musste alles ganz schnell gehen. Tiere sind gnadenlose Bauherren“, stellte er am Freitag fest.

Damit die neuen Gehege auch wirklich ausbruchssicher sind, kam man beim Tierpark übrigens auf eine etwas ungewöhnliche Idee: Vor dem Einzug der Affen erklomm ein Freikletterer die Wände, Kletterbäume und Decken der Gehege, immer auf der Suche nach Fluchtwegen. Die fand er auch an einigen Stellen. „Deshalb haben wir dann besser noch einmal nachgebessert“, sagte Tierparkchef Rasem Baban mit einem Schmunzeln.

Annika Schall

Affenanlagen eröffnet: Fotos

Neue Anlage für Affen im Tierpark Hellabrunn

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