Münchens Zoo in der Krise

Tierpark Hellabrunn von Corona-Pleite bedroht - kreativer Rettungs-Plan: Münchner könnten helfen

Die Corona-Krise bringt den Tierpark Hellabrunn in arge Existenznöte. Der Neubau der Löwenanlage droht zu scheitern. Nun sorgt ein kreativer Rettungsplan für Furore.

  • Der Tierpark Hellabrunn leidet unter den Einnahmeausfällen der Corona-Pandemie (News-Ticker).
  • Der Zoo befindet sich nicht komplett in kommunaler Hand - und könnte deswegen pleitegehen.
  • Rasem Baban schlägt Alarm, der Chef berichtet über die Probleme. Müssen nun die Löwen weichen?
  • Viele weitere spannende Geschichten aus München gibt es in unserer App.

Update vom 22. Juni, 13.11 Uhr: Durch die Corona-Krise ist der Tierpark Hellabrunn in München in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Thema ist nun auch im Rathaus angekommen. Die Freien Wähler haben einen Antrag zur „dringlichen Beratung“ gestellt, der die Münchner als wichtigen Teil in der „Rettung“ des Tierparks vorschlägt.

Wörtlich formulieren die Freien Wähler den Antrag wie folgt: „Der Tierpark Hellabrunn könnte mit kreativen Aktionen und Programmen jetzt die Bürgerinnen und Bürger noch enger an sich binden und dabei sein wirtschaftliches Überleben sichern. Beispielsweise könnte der Tierpark spezielle Corona-Tierpatenschaften anbieten oder Gutscheinprogramme ausweiten. “

Inwieweit die Stadt in Kooperation mit dem Tierpark den Vorschlag annimmt oder gar umsetzt, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatte Tierpark-Chef Rasem Baban gar von einer drohenden Insolvenz gesprochen.

Tierpark Hellabrunn von der Corona-Pleite bedroht - Neue Hoffnung durch den Hauptaktionär

Update vom 18. Juni: Der Tierpark Hellabrunn will alles dafür tun, auch weiterhin Löwen halten zu können. Wie berichtet (siehe unten), fürchtet Tierpark-Chef Rasem Baban, dass der Zoo wegen der Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie Insolvenz anmelden muss. Zudem sei unklar, ob Hellabrunn seine Löwen abgeben müsse. Dazu führt Baban aus: „Die derzeitige Löwenhaltung in Hellabrunn ist verbesserungswürdig und auch nur geduldet. Wegen der finanziellen Engpässe kann das seit etwa zwei Jahren geplante Projekt der neuen Löwenanlage im schlimmsten Fall nicht umgesetzt werden.“ 

Als gemeinnützige Aktiengesellschaft bekomme der Zoo keine finanziellen Corona-Hilfen* von Bund und Freistaat. „Derzeit sind wir jedoch mit der Landeshauptstadt München, unserem Hauptaktionär, über eine mögliche finanzielle Unterstützung städtischerseits in guten Gesprächen“, so Baban weiter.

Tierpark Hellabrunn in München: Wegen Corona ein Minus von 35.000 Euro pro Tag

Ursprungsartikel vom 17. Juni: Dem Tierpark Hellabrunn droht nach Angaben seines Chefs Rasem Baban die Pleite - und schuld ist die Corona-Krise: „Wenn wir jetzt nicht mehr Besucher reinlassen dürfen, muss ich Ende September Insolvenz anmelden“, ließ der gebürtige Mannheimer gegenüber der Bild verlauten. Mit den neuen Auflagen dürfe der Zoo in München täglich lediglich 4400 Besucher auf das Gelände im Münchner Süden lassen. „Das bleibt ein schleichender Tod und sehr enttäuschend“, führt Baban aus. 

Es würden nämlich auch Besucher gezählt, die keinen Eintritt bezahlen - wie kleine Kinder oder Besitzer einer Jahreskarte für den Münchner Tierpark. „Ohne Hilfe müssen wir im September als Erstes unsere Löwen abgeben. Ausgerechnet das Wappentier des Freistaates. Das kann doch nicht wahr sein!“

Die Löwen in Hellabrunn ahnen noch nichts von der drohenden Pleite des Tierparks.

Dabei ist allein die Renovierung und Vergrößerung der Löwen-Anlage in Hellabrann mit einer stolzen Summe von 3,6 Millionen Euro veranschlagt. Der Tierpark Hellabrunn habe tägliche Kosten in Höhe von 50.000 Euro, sagte der Leiter. „Wie sollen wir die verdienen?“ Stattdessen macht sich derzeit in der Kasse ein Minus von 35.000 Euro bemerkbar - pro Tag.

Online-Ticketsystem bereitet Tierpark Hellabrunn Schwierigkeiten

Um zu überleben, brauche der Tierpark 8.600 Besucher täglich. „Wir bitten um fünf Quadratmeter pro Besucher. Das reicht an der frischen Luft doch absolut aus, die meisten sind eh Familien, die keinen Abstand halten müssen.“ CSU-MdB Wolfgang Stefinger hat sich mit der Bitte, die Quadratmeterzahl zu überprüfen, an die Staatsregierung gewandt. Baban fordert die Stadt zudem auf, die Einnahmeausfälle wegen Corona auszugleichen. Anders als andere Zoos befindet sich der Tierpark Hellabrunn nicht komplett in kommunaler Trägerschaft – und könnte darum theoretisch pleitegehen.

Zudem hat Hellabrunn mit seinem Ticketsystem zu kämpfen. Es werden nur Online-Tickets verkauft – in Straubing etwa gibt es ein rollierendes Verfahren an den Tageskassen. So könne dort praktisch immer die Höchstgrenze der erlaubten Besucher ausgeschöpft werden. 

Mitte Mai wendete sich der Chef des Tierparks in den sozialen Netzwerken mit einem Aufruf an die Bevölkerung:

MK/PF mit dpa

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Rubriklistenbild: © dpa/Peter Kneffel

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