Prozess beginnt

Tötungsvorwurf gegen Rocker: Was geschah wirklich im Münchner Bahnhofsviertel?

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Das Hells-Angels-Trio soll in einer Table­dance-Bar zugestochen haben.

Wie genau kam es zur körperlichen Auseinandersetzung dreier Rocker mit einem Tabledance-Bar-Besucher? Das will die Münchner Staatsanwaltschaft nun klären.

München - Eine Frage hat offenbar ausgereicht, um Mitglieder der Rockergruppe Hells Angels aus der Fassung zu bringen. So lautet zumindest der Vorwurf der Münchner Staatsanwaltschaft, die das Trio wegen versuchten Totschlags angeklagt hatte. Seit Montag läuft vor dem Münchner Landgericht der Prozess gegen Ali G. (Ex-Vizepräsidenten der Münchner Höllenengel), Murat E. und Kemal L. (alle Namen geändert). Im Februar 2017 sollen die Männer Thomas B. in einer Tabledance-Bar im Bahnhofsviertel zusammengeschlagen und mit einem Messer verletzt haben.

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Gegen 6.40 Uhr, so heißt es in der Anklage, die Staatsanwalt Laurent Lafleur am Montag nach Verzögerungen erst am Nachmittag vortrug, soll es in der Bar Bad Angel an der Schillerstraße im Durchgang zu den Toiletten zu der folgenschweren Auseinandersetzung gekommen sein. Zunächst soll das spätere Opfer Thomas B. den Angeschuldigten Kemal L. gefragt haben, ob dieser Mitglied bei den „Rot-Weißen“, eine Umschreibung für die Hells Angels, sei. Laut Anklage bejahte L. – als sich B. weiter über seine Aktivitäten in der Rockerszene erkundigte, entbrannte zunächst ein verbaler Streit, der dann eskalierte. L. soll Thomas B. in den Vorraum der Bar geschubst haben. Laut Anklage warteten dort bereits der ehemalige Vizepräsident der Münchner Hells Angels, Ali G., und sein Kumpel Murat E. Ali G. soll B. ein Messer in den Bauch gerammt haben. Die Rocker seien geflüchtet, heißt es. B. überlebte.

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Das Trio will sich erst am Dienstag zu den Vorwürfen äußern. Der Prozess dauert noch bis Anfang Mai an. 

Johannes Heininger

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