Mit Gamsbart und Millibiddschn

Tradition und Moderne verbinden? Im „Servus Heidi“ kein Problem

1 von 5
Fensterln mit Schnitzel: Jakob Portenlänger (27) aus Grünwald, der gerne einen Hut mit Gamsbart trägt, ist der Betriebsleiter im Wirtshaus „Servus Heidi“
2 von 5
Die Backhendl werden im Nest serviert.
3 von 5
Draußen sitzt man gemütlich, obwohl nur unweit der vielbefahrenen Landsberger Straße entfernt.
4 von 5
Ein gezeichnetes Madl mit Zöpfen ziert das Logo des neuen Wirtshauses „Servus Heidi“.
5 von 5
Der Haus-Cocktail im Milchkännchen.

Das Wirtshaus „Servus Heidi“ bietet moderne bayerische Küche an – und besticht durch liebevolle Details.

Die Berge, sie sind nicht nur die Welt der Heidi. Der Münchner liebt seine Alpen vor der Haustür – und die Spezialitäten, die das Land hervorbringt. Wer jetzt aber glaubt, das neu eröffnete Wirtshaus „Servus Heidi“ im Westend sei wieder nur so eine weiß-blaue Schickimicki-Trend-Lokalität, der irrt. Allein der Betriebsleiter, Jakob Portenlänger, ist ein echter Hiesiger: der Gamsbart, die Lederhosn, der Geburtsort. Der fesche 27-Jährige kommt aus einer Grünwalder Gastronomenfamilie, dem Hotel und Restaurant Alter Wirt am Marktplatz. Freilich, „die Heidi“ ist modern und weltoffen, eben wie der junge Bayer heutzutage auch. Und das macht den Charme des neuen Lokals in der ehemaligen Augustiner-Wirtschaft „Bergmannshof“ aus, die in den vergangenen Jahren von Italienern gepachtet wurde.

Modernes mit Tradition verbinden? Das geht

Jetzt hat die Hotelkette Roomers die Traditionsgaststätte an der Ecke Landsberger- und Bergmannstraße übernommen. Modernes mit Tradition verbinden, das geht, wenn es stilsicher ist: Viel edles Holz bei der Einrichtung, aber nicht zu mächtig und überladen. Aus den Lautsprechern tönt Konstantin Wecker. Auf einer Videowand laufen Folgen alter Kultserien: „Monaco Franze“ mit Helmut Fischer als ewigem Stenz – und tatsächlich auch „Heidi“.

Das Konzept passt, die Speisenkarte auch. Es gibt viele klassische Fleischgerichte: Backhendl mit Kartoffel-Feldsalat (12 Euro) zum Beispiel oder Schnitzel mit Kartoffelgröstl und Spargel (16,50 Euro). Oder noch besser: „Krasse Wammerl“ (11 Euro), wie es auf der Karte heißt. Oder doch lieber Fleischpflanzerl (9 Euro)? Die Wahl fällt narrisch schwer bei dem Angebot. Noch dazu ist alles so schön angerichtet – und es schmeckt ausgezeichnet!

Auch die Vegetarier kommen bei Heidi nicht zu kurz: Schön ist zum Beispiel der „Alpengarten“, ein mit Radieserl, Gurke und Karotten gefülltes Körbchen, das mit Kräuterquark zum Dippen serviert wird (6 Euro). Wem das zu mager ist, der nimmt als Hauptspeise „Kugelrund“. Das sind Spinatknödel mit Bergkäse, Buttermilchsauce und Wildkräutern (9 Euro).

Produkte aus der Region

Die Produkte werden im Übrigen größtenteils von heimischen Bauern oder Händlern aus der Region bezogen. Neben den klassischen Getränken gibt es ein paar Exoten auf der Karte, die aber aus München sind: Duke Gin, die „Eizbach“-Limos (0,33 Liter, 2,80 Euro) oder Balis Basilikum-Ingwer-Drink (0,25 Liter, 3 Euro). Die einen mögen belächeln, dass der „Servus Heidi“-Cocktail (Weißwein, Zitronenmelisse, Minze, Zitrone, Hopfenlimonade, Holunderblüte für 6,50 Euro) in einer kleinen Millibiddschn – einem Milchkännchen – daherkommt. Die anderen jauchzen: „Oh, wie süß!“ Eines wird aber mit Sicherheit jedem Gast gefallen: Die Halbe Augustiner kostet 3,30 Euro, der Schnitt 2,50 Euro. Pfiadi Heidi, mia seng uns!

Servus Heidi an der Landsberger Straße 73 hat Dienstag bis Samstag von 17 bis 24 Uhr geöffnet. Telefon: 089/ 55 27 63 03.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgesehen

Stadt
Unsere Bilder des Tages
Unsere Bilder des Tages
Stadt
Motorradfahrer fährt gegen Wohnmobil und stirbt 
Motorradfahrer fährt gegen Wohnmobil und stirbt 
Stadt
München feiert Geburtstag: So war das Stadtgründungsfest 2017
München feiert Geburtstag: So war das Stadtgründungsfest 2017

Kommentare