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Abschied vom Bühnen-Philosophen

Trauer um den Tiger Willi

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Auf der Bühne nahm sich der Tiger Willi gerne Denker vor, die ihn und seine Leidenschaft für die Philosophie beflügelten

Auf der Bühne machte er jahrelang mit philosophischen Ausflügen von sich reden. Nun ist der Tiger Willi im Alter von 70 Jahren verstorben.

Der Tiger Willi war kein Liedermacher für alle. Dazu war er zu eigen, persönlich und zu über-politisch. Auf der Bühne nahm er sich gerne Denker vor, die ihn und seine Leidenschaft für die Philosophie beflügelten. So leitete er vom Buddhismus über Schopenhauer zum ewigwährenden Lustprinzip der Welt über. Der Mond de geile Sau ist so ein Lied: derb im Titel, tief und wehmütig in der Aussage. Jetzt ist der Tiger Willi im Alter von 70 Jahren in den Armen seiner Frau gestorben. In seinem Haus in Steinebach.

„Der Tiger Willi war einmalig“, sagt Beppi Bachmaier, als er den ersten Schock über die Todesnachricht verdaut hat. In Bachmaiers Fraunhofer war der Liedermacher um die 100 mal aufgetreten. „Willi war nie grob, immer liebenswert und hat bis zum Schluss mit Jugendlichen gearbeitet – er war ja studierter Sozialpä­dagoge. Willi war ein Menschenfreund“, erinnert sich der Fraunhofer-Wirt.

Fraunhofer-Wirt Beppi Bachmaier erinnert sich an den „Menschenfreund“.

„Bonzo“ und Willi waren ein perfektes Team

Die Alzheimer-Anfänge gingen noch halbwegs über die Bühne, erinnert sich Bachmaier. „Es kam schon vor, dass Willi zweimal ­hintereinander dasselbe Lied gespielt hat, aber das ging unter Zerstreutheit durch.“ Für den Willi war wichtig, dass sein Gitarrist Bonzo perfekt auf ihn eingespielt war. Als „Bonzo“ Günther Keil vor zwölf Jahren starb, traf das den Willi hart.

Im April 2017 hatte der Liedermacher bereits schwer von seiner Krankheit gezeichnet seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Sein ganzes Leben wohnte Wilhelm Raabe – so hieß der Tiger Willi bürgerlich – in Steinebach am Wörthsee. Der gelernte Metzger war ein Philosoph der Praxis, ein Helfender. 

Homepage soll zur Erinnerungsseite werden

Seit 1911 gehörte den Raabes neben der Metzgerei auch ein Wirtshaus. Als seine Eltern früh verstarben, verpachtete er das Gasthaus, blieb ihm aber als Gast treu, wie auch seiner Heimat.

Seine Homepage (www.tigerwilli.com) soll laut seiner Witwe nun eine Erinnerungsseite werden (siehe auch rechts). Die Trauerfeier findet am kommenden Freitag in der Kirche Zum Heiligen Abendmahl in Steinebach statt.

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