tz-Umfrage zur OB-Wahl

Schmid vor Reiter: Wahl-Sensation ist möglich!

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Laut einer OB-Umfrage der tz liegt ein Jahr vor der Wahl CSU-Kandidat Josef Schmid (43, r.) klar vor SPD-Konkurrent Dieter Reiter (54) und Grünen-Kandidatin Sabine Nallinger (49).

München - Das wird die spannendste OB-Wahl seit Jahrzehnten: In genau einem Jahr bestimmen die Münchner über ein neues Oberhaupt der Stadt – und derzeit liegt CSU-Kandidat Josef Schmid (43) klar vor SPD-Konkurrent Dieter Reiter (54).

Zum Stadtteil-Check

Das geht aus der OB-Umfrage im tz-Stadtteil-Check hervor. Nach der SPD-Ära um Christian Ude (65) ist die Sensation möglich!

Mehr als 5000 Münchner haben bisher per Post, Fax und Internet bei der Aktion mitgemacht. Genau 2734 Teilnehmer haben auch die letzte Frage beantwortet – die OB-Frage. 1198 Münchner wollen ihr Kreuzchen beim derzeitigen CSU-Fraktionschef Schmid machen, also 44 Prozent. Der als Ude- Nachfolger und damit als Favorit gestartete SPD-Wirtschaftsreferent Reiter bekommt nur 1058 Stimmen – das sind 39 Prozent. Die grüne Kandidatin und einzige Frau im Rennen, Sabine Nallinger (49), landet einen Überraschungserfolg: Sie kann aus dem Stand 419 Stimmen verbuchen und erreicht 15 Prozent. Das sind fünfmal mehr Kreuzchen, als ihr grüner Vorgänger, Bürgermeister Hep Monatzeder (61), im Jahr 2008 erzielte! Da sie vor allembei Frauen punktet, diese aber seltener als Männer bei der Umfrage mitgemacht haben, würde sie Schmid bei ausgeglichener Wahlbeteiligung noch ein Prozent abluchsen. FDP-Kandidat Michael Mattar (59) kommt weit abgeschlagen auf 59 Voten und zwei Prozent.

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Nach wissenschaftlichen Maßstäben kann diese Umfrage zwar nicht repräsentativ sein, weil die Teilnehmer nicht zufällig ausgewählt wurden. Aber der Stadtteil-Check überragt allein durch seine riesige Teilnehmerzahl andere Befragungen um ein Vielfaches. Alle Münchner können mitmachen: Allerdings müssen sich die Teilnehmer im Internet mit Namen und Adresse registrieren – Missbrauch ausgeschlossen. Hier haben 2734 Bürger wirklich Einblick in ihr politisches Denken gegeben. Das hat Gewicht – wie die Reaktionen der OB-Kandidaten beweisen.

„Ich nehme die Umfrage der tz sehr ernst“, sagt Reiter offen. „Das Ergebnis ist keine Überraschung.“ Der SPD-Mann will kämpfen: „Mit starken SPD-Regierungen ist unser München erfolgreich, sicher und zu einer der beliebtesten Städte geworden. Natürlich gibt es auch unzufriedene Münchner, klar! Wir müssen ihre Anliegen ernst nehmen.“

Auch der Umfragekönig will sich nicht ausruhen: „Das Ergebnis der tz-Umfrage freut mich natürlich“, sagt CSU-Kandidat Schmid. „Die Zahlen sind für mich ein großer Ansporn. Genau deshalb besuche ich bis Ende des Jahres jeden der 25 Stadtbezirke.“ FDP-Mann Mattar weiß, dass er noch stärker zulegen muss und setzt auf liberale Themen. Die grüne Sabine Nallinger freut sich: „Viele Münchner haben mich ja noch gar nicht kennengelernt. Jetzt beginnt der Wahlkampf richtig.“

Von David Costanzo

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