Idee einer U-Bahn-AG

Falsche Prioritäten: Verkehrsplaner kritisieren die CSU

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Die Tram-Westtangente auf der Fürstenrieder Straße – hier eine Simulation – war politisch lange um stritten.

Nach der Opposition üben jetzt auch Nahverkehrsverbände Kritik am U-Bahn-Vorstoß der CSU: Die Stadtratspartei setzte beim Ausbau des ÖPNV falsche Prioritäten, heißt es.

München - Der Vorschlag der CSU-Stadtratsfraktion, den weiteren U-Bahn-Ausbau über eine private Aktiengesellschaft zu finanzieren, stößt auch beim Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr (AAN) des Münchner Forums auf Kritik. Berthold Maier vom AAN sagt: „Wesentlicher Mangel im Nahverkehrsnetz ist das Fehlen leistungsfähiger Tangenten. Der Bau der Trambahn-Westtangente könnte hier ein erster Schritt zur Abhilfe sein, dem weitere folgen müssen.“ Davon wolle die CSU aber nichts wissen und fordere stattdessen den Bau einer U26 im Münchner Norden. Eine Tram könnte hier den Bedarf jedoch kostengünstiger erfüllen, meint Maier. Zuvor war der CSU-Vorstoß auf heftige Kritik beim Rathaus-Koalitionspartner SPD und den Grünen gestoßen.

Zweite Stammstrecke bindet zu viele Mittel

Matthias Hintzen vom AAN befürchtet noch ein weiteres Problem beim Ausbau des Münchner Nahverkehrs. Er glaubt, dass aufgrund des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke so viele Fördermittel von Bund und Land gebunden würden, dass für andere wichtige Projekte wie den Südring kein Geld mehr übrig bleibe. 

Maier kritisiert überdies, dass der Stadtrat konsequent die falschen Prioritäten setze: Anstatt in den ÖPNV zu investieren, werde durch den Englische-Garten-Tunnel der Einstieg in den sechsspurigen Ausbau beschlossen. Maier: „Breitere Straßen werden zu noch mehr Autoverkehr und Stau führen.“

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